Grütters bestätigt Freigabe Garnisonkirchen-Stiftung kann Millionen beantragen

Innenstadt - Die Vorbereitungen für den Wiederaufbau der Garnisonkirche gehen in die heiße Phase. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) habe nun auch offiziell bestätigt, dass der Bund die zwölf Millionen Euro Fördermittel auch für eine abgespeckte Variante des Turms ohne Helm, Glockenspiel und barocke Verzierungen freigeben wolle, sagte Wieland Eschenburg, Kommunikationsvorstand der Garnisonkirchen-Stiftung, den PNN. Dieser Schritt sei die Voraussetzung, um die Fördermittel beantragen und die Finanzierungsunterlagen beim Bund einreichen zu können, erklärte Eschenburg. „Das ist ein wichtiger Meilenstein, wir freuen uns sehr.“ Die Bestätigung von Grütters war allerdings nur noch Formsache: Wie berichtet hatten sich die Vertreter der Großen Koalition aus CDU und SPD im Haushaltsausschuss bereits Ende Januar darauf verständigt, die Bundesmittel auch für eine reduzierte Turmvariante freizugeben. Diese soll 26,1 Millionen Euro kosten.

Das Finanzierungskonzept wolle man innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen im Grütters-Ministerium zur Prüfung einreichen, sagte Eschenburg. Erst wenn diese abgeschlossen ist, fließt tatsächlich auch Geld in Form eines Fördermittelbescheids. Sobald dieser vorliege, werde die Stiftung mit der Ausschreibung der ersten Bauleistungen beginnen, sagte Eschenburg.

Die Zeit drängt: Im Oktober will die Stiftung mit dem Wiederaufbau des knapp 90 Meter hohen einstigen Wahrzeichens der Stadt beginnen. Weil die Baugenehmigung Ende 2019 ausläuft, muss der Turm nach brandenburgischem Baurecht spätestens 2020 stehen. Die Stiftung geht davon aus, dass bis dahin sogar der komplette Turm inklusive Zierrat, Helm und Glockenspiel errichtet werden kann. Um das zu schaffen, müssen noch neun Millionen Euro an Spenden eingeworben werden. Erfahrungsgemäß öffneten sich die Portemonnaies von Mäzenen aber schneller, wenn sich bereits die Baukräne drehen, sagte Eschenburg.

Der Wiederaufbau der Garnisonkirche ist wegen ihrer militärischen Vergangenheit seit Jahren umstritten. Im Fokus der Kritik steht dabei auch der sogenannte Tag von Potsdam am 21. März 1933, an dem sich Hitler und Hindenburg vor der Kirche die Hand schüttelten.

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