Das Kunst-und Kulturzentrum "Rechenzentrum" neben der Garnisonkirchenbaustelle. Foto: Andreas Klaer
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Gastbeitrag | Saskia Hüneke Plädoyer für ein "Neues Rechenzentrum"

Saskia Hüneke

Im Streit um den Abriss des Rechenzentrums zugunsten der Garnisonkirche schlägt Grünen-Stadtverordnete Saskia Hüneke vor, an dessen Stelle ein neues Kreativzentrum mit verändertem Grundriss zu bauen. 

Potsdam - Als Ausweg aus dem Dilemma rechtlich definierter Zuständigkeiten, politischer Befindlichkeiten und zeitlicher Zwänge schlage ich die Errichtung eines Kunst- und Kreativquartiers „Neues Rechenzentrum“ auf städtischem Grund neben dem Grundstück des Kirchenschiffes vor. Die absehbaren Vorteile sprechen für eine Prüfung dieser Variante:

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Saskia Hüneke.  © promo

Das „Neue Rechenzentrum“ könnte energetisch und bautechnisch nachhaltiger und vermutlich wirtschaftlicher sein als die Sanierung des rechtlich nur möglichen Baufragments vom „alten“ Rechenzentrum. Es könnte innen flexibel für unterschiedliche Nutzungsanforderungen gestaltet werden und außen als Interpretation des DDR-Bauwerkes mit den denkmalgeschützten Mosaiken zum Nachdenken über die jüngere Geschichte des Ortes anregen. Es wäre freier möglich, die städtebauliche Konstellation im Kontext zu klären, auch zur Plantage hin, an der das Creative Village am modern interpretierten Langen Stall entsteht.

So würde ein ebenfalls diskutierter Teilerhalt des Rechenzentrums aussehen. Foto: promo Vergrößern
So würde ein ebenfalls diskutierter Teilerhalt des Rechenzentrums aussehen. © promo

Zum anderen wäre diese Entwicklung unabhängig von Zeitpunkt, Funktion und Gestalt des zukünftigen Gebäudes auf dem Grundstück des Kirchenschiffes umsetzbar. Dieses hervorragende Grundstück mit seinem erheblichen, am Turm städtebaulich erforderlichen Bauvolumen birgt große Potentiale für eine Nutzung von hohem öffentlichem Interesse in der Potsdamer Mitte. Hier sollte gründlich nachgedacht und eine zum Ergebnis adäquate Bauform und Struktur entwickelt werden können.

Nach und nach kann so ein ausgewogener Vierklang auf den Grundstücken vom Turm (jetzt), vom Langen Stall (bis 2023), dem städtischen Teil Rechenzentrum (ab 2023) und vom Kirchenschiff (danach) entstehen, der eine hohe Qualität verspricht. Die konkrete Ausformung aller Komponenten steht im öffentlichen Focus, ist aber in erster Linie von den jeweils verantwortlichen Institutionen zu leisten, Beteiligungsformen bzw. Wettbewerbe inklusive. Die so vorgeschlagene räumliche, zeitliche und strukturelle Entflechtung der Vorhaben könnte allen helfen und die Chance für einen außerordentlich spannenden Kosmos der Zeiten eröffnen.

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