In solchen alten Bauten vor Ort will der Investor Deutsche Wohnen neue Wohnungen schaffen. Foto: Ottmar Winter
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Fusion von Vonovia und Deutsche Wohnen Es bleibt zunächst bei den Krampnitz-Plänen in Potsdam

Nach der angekündigten Fusion mit der Vonovia: Die Deutsche Wohnen hält an ihren Plänen für Krampnitz fest. Im Rathaus will man indes nicht spekulieren

Potsdam/ Berlin - Die geplante Fusion der beiden Immobilienkonzerne Vonovia und Deutsche Wohnen hat zunächst keine Auswirkungen für das geplante neue Stadtviertel in Krampnitz. Eine Sprecherin der Deutschen Wohnen, die auf dem ehemaligen Kasernengelände bis zu 1800 Wohnungen errichten will, sagte den PNN am Dienstag: „Der Neubau in Berlin und den Metropolregionen ist für beide Unternehmen erklärtes Ziel, dem das Bauvorhaben in Krampnitz unverändert Rechnung trägt.“ Insofern würden die Planungen unverändert laufen. Wie berichtet, geht es um Potsdams wichtigstes Bauprojekt der kommenden Jahre, was aber auch heftig umstritten ist.

Deutsche Wohnen hält an Projekt fest

Am Montagabend war bekannt geworden, dass die beiden größten deutschen Wohnimmobilienkonzerne vor einem milliardenschweren Zusammenschluss stehen. Laut der Deutsche-Wohnen-Sprecherin gehe es dabei um das Ziel, in den „nächsten Jahren die notwendigen Investitionen in bezahlbares Wohnen, den Klimaschutz und den Neubau viel besser zu schultern“. Man wolle für Krampnitz weiter „ein attraktives, modernes und nachbarschaftliches Quartier entwickeln, das auch den Ansprüchen künftiger Generationen in puncto Lebensqualität, Klimaschutz und Energieeffizienz gerecht wird“. Zurückhaltender gab sich eine Sprecherin der Vonovia, auch mit Verweis auf den aktuellen Verfahrensstand der Fusion: „Das Projekt des Zusammengehens ist derzeit nicht finalisiert.“ Daher könne man zu Krampnitz noch keine genaue Aussage treffen, so die Vonovia-Sprecherin.

Im Zuge der Großfusion ist auch der Zukauf von 20 000 Wohnungen des neuen Konzerns durch das Land Berlin geplant. Ob so etwas auch für Krampnitz vorstellbar wäre, dazu machte die Stadtverwaltung auf PNN-Anfrage noch keine klare Aussage. Zum jetzigen Zeitpunkt könne man „keine spekulativen Fragen beantworten“, erklärte eine Stadtsprecherin. In der Stadtpolitik hatte es immer wieder Kritik an der Deutschen Wohnen gegeben, weil diese zum Beispiel keine Sozialwohnungen neu errichten, sondern derzeit vor allem Bestandbauten sanieren will. Ob sich daran etwas ändern könnte und man womöglich doch Fördermittel für Sozialwohnungen beantragen würde, diese Fragen ließen Vonovia und Deutsche Wohnen am Dienstag offen.

Beide Konzerne haben schon viele Wohnungen in Potsdam

Insgesamt haben beide Konzerne bereits viele Wohnungen in Potsdam, die Vonovia 1600 im Kirchsteigfeld, die Deutsche Wohnen sogar schon 2000. Mit Blick auf diese Zahlen teilte das linke Bündnis „Stadt für alle“ via Twitter mit, beide Konzerne seien für sie Enteignungskandidaten. Auch der Berliner Mieterverein zeigte sich skeptisch, ob die Fusion Mietern wirklich etwas bringen könnte. Der größte Anbieter von Wohnraum in der Landeshauptstadt ist und bleibt allerdings die kommunale Bauholding Pro Potsdam mit rund 17 000 Wohnungen.

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