Spiel-und Stadtplatz auf der "Plantage" in Potsdam. Foto: Andreas Klaer
© Andreas Klaer

Freitag, 8. November 2019 Das ist heute in Potsdam wichtig

Dem SV Babelsberg 03 droht heute ein historisches Ereignis. Gute Nachrichten erhoffen wir fürs Rechenzentrum-Mosaik. Wir drücken die Daumen für die "Plantage", tanzen, planen Urlaub und freuen uns auf den Tod.

Potsdam - Man kann nicht ausschließen, dass es heute ganz vielleicht bei der S-Bahn oder beim Regionalexpress zu Verspätungen kommt. Gut, dass Manja Schüle heute Morgen am Hauptbahnhof Nervennahrung verteilt. Ab 8 Uhr, so der Plan, möchte die SPD-Bundestagsabgeordnete hinsichtlich der Feierlichkeiten zum Mauerfall Postkarten mit dem Motto "Brücken bauen, statt neue Mauern zu errichten" zusammen mit "Pfeffis" verteilen. Alkohol so früh am Morgen? Nein. Gemeint sind natürlich die Bonbons und nicht der Pfefferminzlikör. Schüle möchte mit der Aktion die Menschen im Hinblick aufs Mauerfall-Jubiläum dazu "aufrufen, dieses Jubiläum weder einfach vorüber ziehen zu lassen, noch zu feiern, als gäbe es nicht auch die Gefahr neuer Mauern in unserer Gesellschaft". Es "gibt es noch immer Verwerfungen zwischen Ost und West, über die wir offen sprechen und die wir überwinden müssen". Die Deutsche Einheit sei "niemals vollendet", so Schüle.

Prima spielen

Vollendet wurde vor gar nicht langer Zeit der Spielplatz an der Plantage in der Potsdamer Innenstadt. Heute könnte er bereits ausgezeichnet werden. Mit Spannung warten wir daher heute Vormittag auf die Verleihung des Deutschen Spielraum-Preises. Um 11 Uhr wird auf der Messe für Freizeit, Sport- und Bewegungseinrichtungen in Köln eine Fachjury den Gewinner bekanntgeben. Der neu gestaltete Spielplatz an der Plantage hat es jedenfalls auf die Shortlist der 15 besten Spielplätze geschafft. Zu gewinnen gibt es ein wenig Geld und eine Plakette, die den Spielplatz schon bald schmücken könnte. Apropos Schmuck: Schönheit spielt zum Glück keine Rolle. Thema in diesem Jahr war "Raum für Bewegung" - und davon ist nun wirklich jede Menge da.

In Potsdam wurde übrigens gerade erst die Umfrage zum "Spielplatzeentwicklungskonzept" beendet, deren Ergebnisse in die Planung künftiger und die Sanierung bestehender Spielplätze einfließen sollen.

Rettungsplan fürs Mosaik

Fast um die Ecke ist das Mosaik "Der Mensch bezwingt den Kosmos“ des deutschen Malers Fritz Eisel zu bewundern. Es ist am Rechenzentrum angebracht. Die Zukunft des Gebäudes ist vermutlich begrenzt, das Mosaik könnte schon bald seinen Träger verlieren. Aber natürlich soll das Werk gerettet werden. Der Verein zur freundlichen Übernahme des Rechenzentrums will das Mosaik am Rechenzentrum nicht nur erhalten, sondern auch für die Öffentlichkeit zugänglich lassen. Wie und wo, das will der Verein zusammen mit Gottfried Hauff, einem früheren Fachhochschulprofessor im Potsdamer Studiengang "Konservierung und Restaurierung", heute erläutern.

8. Hightech-Transfertag

Auf dem 8. Hightech-Transfertag, der heute im Fraunhofer-Kompetenzzentrum in Golm stattfindet, werden die neuesten Kooperationen, Patente und Produkte vorgestellt, die im Umfeld des Potsdam Science Park entwickelt wurden. Die ansässigen Forschungseinrichtungen und die kooperierenden Unternehmen aus der Region präsentieren die Ergebnisse ihrer Arbeit und die dazugehörigen Patente und Schutzrechte. Außerdem stellen sich ausgewählte Start-ups mit ihren Ideen vor. Daneben bietet sich für alle Besucher die Gelegenheit, mit den anwesenden Wissenschaftlern, Unternehmern und Gründern sowie Wirtschaftsförderern im Potsdam Science Park ins Gespräch zu kommen. Der Transfertag findet von 9 bis 16 Uhr im Fraunhofer-Konferenzzentrum, Am Mühlenberg 12, statt.

Schadstoffe abgeben

Wer weiß, vielleicht hat sich bereits ein Start-up des Müllproblems angenommen. Noch fällt jedenfalls viel zu viel Abfall an. Wer am heutigen Freitag in Potsdam gefährliche Abfälle loswerden möchte, hat Glück. Das Schadstoffmobil dreht eine Runde.

In der Berliner Vorstadt halten die Müll-Experten von 9 Uhr bis 9.30 Uhr an der Ecker Böcklinstraße/Rembrandtstraße. Von da geht in Richtung Potsdam West. Stopp Ecke Knobelsdorffstraße/ Stormstraße von 9.40 bis 10.10 Uhr.

Nach einer kleinen Pause steht das Schadstoffmobil in Bornim. Von 11 Uhr bis 11.30 Uhr ist die Abgabe auf dem Buswendeplatz an der Max-Eyth-Allee und von 11.40 Uhr bis 12.10 Uhr bei der Feuerwehr in Mitschurinstraße möglich.

Dann geht es weiter gen Norden. In Fahrland ist das Schadstoffmobil von 13 Uhr bis 13.30 Uhr auf dem Wertstoffstandplatz (Am Upstall), dann bei der Feuerwehr an der Kladower Straße in Sacrow zwischen 13.40 Uhr und 14.10 Uhr anzutreffen. Zurück in Richtung Innenstadt macht das Mobil von 15 Uhr bis 15.30 Uhr Halt auf dem Rewe-Parkplatz in Groß Glienicke sowie zum Abschluss in Nedlitz an der Ecke Lerchensteig/Fahrländer Damm um 15.40 bis 16.10 Uhr.

Privathaushalte können zu den angegebenen Zeiten Schadstoffe wie beispielsweise Haushaltschemikalien, flüssige Altfarben und Klebstoffreste sowie Elektrokleingeräte (Bügeleisen, Toaster, Bohrmaschine, etc.) kostenlos beim Schadstoffmobil abgeben.

Urlaub planen

Vielleicht gründet sich ja auch mal wieder ein junges Unternehmen (siehe oben), das sich mit Reisen beschäftigt. Da haben wir mit Flightright ja gute Erfahrungen gemacht. Aber wir schweifen ab. Heute geht es erstmal um die Urlaubsplanung an sich, und die könnte heute bereits im Stern-Center anfangen. Bis morgen verwandelt sich das Einkaufszentrum in das "größte Reisebüro der Region". Es werden "viele Sonderangebote oder Rabatte" versprochen. Geöffnet ist das "Reisebüro" heute von 10 Uhr bis 21 Uhr und morgen sogar von 9 Uhr bis 21 Uhr.

Betreuungsverfügung planen

Die AOK bietet heute einen Themennachmittag zur "Patienten-/Betreuungsverfügung und Vorsorgevollmacht" an. Von 14 bis 16 Uhr kann man sich in der Brandenburger Straße im Servicecenter der Versicherung über das Thema informieren. Das Thema richtet sich explizit nicht nur an AOK-Versicherte, die Veranstaltung steht jedem offen.

Benefizlesung mit Promi

Im Veranstaltungssaal der Stadt- und Landesbibliothek wird heute Schauspielerin und Hörbuchsprecherin Anna Thalbach im Rahmen der Reihe "Prominente lesen für UNICEF" um 19 Uhr aus "Talitha" von Carolin Philipps lesen. Die Lesung wird musikalisch umrahmt von drei Schülerinnen der Freien Musikschule Potsdam, die Werke von Georg Friedrich Händel spielen werden. Der Spendenerlös der Lesung wird für Flüchtlingskinder in Syrien verwendet.

Porträts der Todesopfer an der Mauer

In der Potsdamer Staatskanzlei in der Heinrich-Mann-Allee wird ab heute Nachmittag um 16 Uhr die Porträtserie "Menschen – Grenzen – Hoffnungen" von Todesopfern an der Berlin-Brandenburger Mauer zu sehen sein. Bis Ende Januar 2020 sind die mehr als 40 Arbeiten der Brandenburger Künstlerin Birgit Ginke dort ausgestellt, die sich mit den Schicksalen der Menschen und den Orten des Geschehens beschäftigen.

Eigene Wende-Biografie schreiben

Die Volkshochschule Potsdam bietet im Rahmen des Mauerfall-Jubiläums heute und nächsten Freitag eine Schreibwerkstatt an, in der Grundlagen des Schreibens vermittelt und Anregungen und Unterstützung für das Aufschreiben persönlicher Erlebnisse und Gedanken rund um den Fall der Mauer gegeben werden.

Die Schreibwerkstatt findet an beiden Terminen von 17.30 Uhr bis 20 Uhr statt und kostet 24,60 Euro (ermäßigt 21 Euro). Anmeldung sind möglich per E-Mail an [email protected]

Biografie eines Potsdamer Juden

Wolfgang Weißleder kann schreiben. Und wie. Im Potsdam Museum wird er heute Nachmittag sein Buch "John Gersman. Flüchtling - Befreier - Besatzer - Wohltäter" vorstellen. Geschildert wird das bewegte Leben von Gersmann, der in jungen Jahren aus seiner Heimatstadt Potsdam fliehen muss, um zu überleben, nach dem Zweiten Weltkrieg zurückkommt und sich für den Erhalt des jüdischen Friedhofs einsetzt. Autor Weißleder lernte Gersmann kennen. Dieser vermachte ihm schließlich einen Koffer mit vielen persönlichen Dokumenten. Schließlich entstand das Buch, das eine wichtige Ergänzung zur ständigen Ausstellung im Potsdam Museum darstellt, sagte Markus Wicke, Vorsitzender des Fördervereins des Museums. Beginn der Veranstaltung ist um 14.30 Uhr, der Eintritt ist frei.

Erinnerungen einer Holocaust-Überlebenden

Ein ähnliches Thema wird heute in der Kulturscheune Marquardt behandelt. Jeden Mittwoch trifft sich die preisgekrönte Fernseh- und Rundfunkmoderatorin Bärbel Schäfer mit der 85-jährigen Eva Szepesi und spricht mit ihr über Gewalt, Schrecken und Angst, aber auch über Freundschaft, Toleranz und Respekt. Szepesi, 1932 in Ungarn geboren, war elf Jahre alt, als sie vor den Nazis fliehen musste, nach Auschwitz deportiert wurde und seitdem eine tätowierte Nummer trägt.

Heute ist Freitag und Frau Schäfer hat Zeit. Der Kultur- und Heimatverein Wublitztal hat daher die Moderatorin eingeladen, damit sie ihr Buch „Meine Nachmittage mit Eva“ vorstellt. Es geht um den Holocaust, den Zweiten Weltkrieg und die Verfolgung der Juden im Nationalsozialismus.

Die Lesung findet um 19.30 Uhr in der Fahrländer Straße 1c statt. Karten können unter Tel.: (0173) 6027414 bestellt werden, sie kosten 10 Euro.

Morbide, aber herzlich

Heute feiert das Theaterstück "Harold und Maude" im Hans Otto Theater Premiere. Harold, ein vom Tod besessener junger Mann und die alte Dame Maude schließen darin eine innige Freundschaft, die zu Liebe wird. Hauptdarsteller David Hörning hat sich auf das Stück intensiv vorbereitet, konnte aber im Vorgespräch trotz des morbiden Charakters des Stücks laut lachen. Gleichsam hat die Grande Dame des HOT, Rita Feldmeier, als Maude ihren letzten großen Auftritt als festes Ensemblemitglied. Das Bühnenstück beginnt um 19.30 Uhr.

Enttäuscht von der SED

Bereits um 19 Uhr beginnt im Freiland (Haus 2) eine Podiumsdiskussion über die linke Opposition in der DDR. Es geht um Menschen, die sich gegen die SED und später dann gegen Helmut Kohl gestellt haben. Sie engagierten sich gegen eine Angliederung an die Bundesrepublik und gingen für einen freiheitlichen Sozialismus in einem unabhängigen, demokratischen Staat auf die Straße. Was sie damit genau meinten und welche Pläne und Ideen es gab, werden heute Abend diverse Zeitzeugen berichten. Auf dem Podium sitzen Judith Braband, Kai Hansen, Judith Porath und Lutz Boede.

Begeistert von der DDR

„Es war da eine Zeit“ heißt Axel Geiss’ Dokumentarfilm, den das Thalia-Kino heute um 18.45 Uhr zeigt. Manfred Dahms, Eckhard Netzmann und Wera Thiel haben die Kriegsjahre miterlebt und danach begeistert beobachtet, wie die DDR aufgebaut wurde. Als aktive Verfechter des Sozialismus halten die beiden Generaldirektoren und die Juristin noch lange an der Idee fest. Diszipliniert und überzeugt, im moralisch besseren Teil Deutschlands zu leben, kämpfen sie weiter für eine sozialistische Gesellschaft und tragen nach Kräften dazu bei, dass die DDR erst im Herbst 1989 untergeht. Der Michendorfer Regisseur Axel Geiss sowie die Protagonisten sind für ein Gespräch im Anschluss zu Gast.

Feierabendtanz in Bornstedt

Im Stadtteilladen in Bornstedt wird heute getanzt - und zwar alles, was Paar-, Kreis- und Reihentänze hergeben. Es gibt Live-Musik und natürlich auch jede Menge musikalische Untermalung aus der Konserve. Anfänger sind herzlich willkommen. Feste Tanzpartner können, müssen aber nicht mit in die Georg-Herrmann-Allee 27 gebracht werden.

Musikalischer Doppelpack im Waschhaus

Heute Abend um 20 Uhr steht die Band Leoniden auf der Bühne in der Waschhaus-Arena. Die Indie-Rocker sind zurzeit einer der heißeste Tipps in der deutschen Musikszene. Entsprechend groß ist die Nachfrage nach Karten - das heutige Konzert ist ausverkauft.

Der Weg in die Schiffbauergasse lohnt dennoch. Um 21 Uhr machen Rockhaus im Rahmen ihrer 40-Jahre-Tour Halt im Waschhaus-Saal.

Und um 22 Uhr treffen sich dann alle bei der großen Leoniden-After-Show-Party in der Arena. Für alle, die auf dem Konzert waren, ist der Eintritt natürlich frei, alle anderen zahlen 6 Euro.

Ein besonderer SoKo-Fall

Heute strahlt das ZDF um 21.15 Uhr eine ganz besondere Folge des Leipzig-Ablegers der beliebten Krimiserie "Soko" aus. Gezeigt wird die Folge "Der vierte Mann". Dabei geht es um einen entführten Musiker, eine verschwundene Geige und eine Mordserie. Und natürlich, so kurz vor dem Mauerfall-Jahrestag, gibt es einen direkten Bezug zur DDR.

Die Krone aufgesetzt wird der Folge aber durch das Zusammenspiel mit dem "SoKo-Team" aus Wien. Zusammen gilt es, einen grenzüberschreitenden Fall aufzuklären, der in die Zeit der letzten Leipziger Messe kurz vor dem Mauerfall zurückführt. - und unser Mann aus Potsdam mittendrin. Seit sieben Jahren ist nämlich Steffen Schroeder bei der "SoKo Leipzig" angestellt.

Improtheater-Festival startet

Von heute an bis zum 16. November verwandelt sich Potsdam mit dem Festival "Improv for Future" in die Improtheater-Hauptstadt. Dabei wird versucht, "eine Verbindung zwischen Kunst, Gesellschaft und Wissenschaft herzustellen", teilte der Veranstalter mit.

Los geht es heute mit "Impropedia for future" im KuZe in der Hermann-Elflein-Straße. Besucher erwartet "hochkarätiges Improtheater und spannendes Wissen mit einem Einblick in die Potsdamer Expertenwelt".

Der Sensenmann im Lindenpark

Der Tod kommt in den Lindenpark - und wir lachen uns kaputt. Heute Abend ab 20 Uhr setzt sich "der Tod" -  gewohnt heiter - mit der Zeit auseinander. Es geht um das Warten in der Supermarktschlange, den Bau eines Flughafens

oder das entspannte Leben von Eintagsfliegen.

Jagd nach drei Punkten

Um Leben und Tod geht es heute im Karli nicht, aber Nulldrei sollte schon mal das volle Programm liefern. Spielerisch ansprechende Partien wie gegen Nordhausen, Erfurt, Hertha II oder Cottbus reichen auf Dauer sicher nicht. Drei Punkte sind für den SV Babelsberg 03 gegen Optik Rathenow Pflicht. Geschenkt bekommt der SVB die Punkte aber sicher nicht. 

Und mal so am Rande: In der jetzigen Form der Regionalliga Nordost, die seit der Saison 2012/13 existiert, war ab Start einer Spielzeit bislang nur ein Team noch länger sieglos als der SVB: die TSG Neustrelitz war im Jahr 2016/17 ganze 15 Spiele ohne Sieg. Bei einem Unentschieden oder einer Niederlage heute stellt Babelsberg diesen Negativrekord ein. Wir glauben aber an Nulldrei und freuen uns auf ein gutes Spiel - und drei Punkte! Allez les bleus!

Zum Schluss das Wetter

Sagen wir mal so: Es soll heute weniger grau werden als gestern. Vermutlich wird es also ganz gut. Warm wird es dagegen nicht. Das Thermometer wird Schwierigkeiten haben, eine zweistellige Gradzahl anzuzeigen.

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