Sollen Flutlicht-Spiele im "Karli" zum Energiesparen in diesem Winter abgesagt werden? Foto: Andreas Klaer
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Diskussion um Energiesparmaßnahmen in Potsdam Sparen bei den Flutlicht-Scheinwerfern?

Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) bringt Verzicht auf Flutlicht im Babelsberger Stadion ins Spiel. Weitere Energiesparmaßnahmen im Gespräch. Der Kanalsprint zieht zur Havel.

Potsdam - Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) bringt als Maßnahme zum Energiesparen den Verzicht auf Flutlichtspiele im Karl-Liebknecht-Stadion ins Spiel. Es sei eine Frage an den Deutschen Fußballbund (DFB) „ob es dieses Jahr nötig ist, Flutlichtspiele zu machen“, sagte er am Freitag im Gespräch mit Radio Potsdam. Entscheiden könne das nicht die Stadt, sondern nur der DFB und der SV Babelsberg 03, betonte er. Solche Einschränkungen seien „nicht schön“, aber es sei nötig, dass man sich vorbereite und vorher darüber rede.

Arbeitszeiten einschränken, um in Verwaltungsgebäuden Energie zu sparen

Als weiteren Ansatz zum Energiesparen sieht Schubert die Beschränkung der Arbeitszeiten in der Stadtverwaltung: „Muss man wirklich Arbeitszeiten so frei gestalten, dass man praktisch von 7.30 Uhr bis 22 Uhr in einem Verwaltungsgebäude arbeiten kann?“ Man könne verstärkt wieder auf Homeoffice setzen, um Energie in Verwaltungsgebäuden zu sparen. Auch um Warmwasser in Sporthallen und Verwaltungsgebäuden sowie die Frage, was man im gesetzlichen Rahmen noch an Raumtemperaturen ändern könne, werde momentan in Vorbereitung auf den Winter diskutiert, sagte Schubert.

Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD). Foto: Ottmar Winter Vergrößern
Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD). © Ottmar Winter

Wie berichtet hat die Stadt die Außenbeleuchtung von städtischen Gebäuden abgeschaltet. Es gehe auch um die Vorbildwirkung, sagte Schubert. In den Bädern blu und am Stern sind die Luft- und Wassertemperaturen gesenkt und das Warmwasser in den Waschbecken größtenteils abgeschaltet worden. Auch der kommunale Energieversorger EWP und die Netzgesellschaft hatten Einsparungen in ihren Verwaltungsgebäuden angekündigt. Energiesparen sei die beste Maßnahme, einem drohenden Gasmangel im Winter vorzubeugen, hieß es zur Begründung.

Auch Wasser wird ein Thema: Kanalsprint nicht mehr im Kanal

Auch Wassersparen sei zunehmend wichtig, machte der Oberbürgermeister deutlich: „Wir müssen mit Wasser anders umgehen als in den Vorjahren.“ Wie berichtet sind die Grundwasserstände in Potsdam wegen der Trockenheit seit 2018 merklich gesunken.

Schubert begrüßte, dass der Kanu Club Potsdam den traditionellen Kanalsprint nicht mehr im Stadtkanal durchführt. Dass der Kanal für das beliebte Sportevent mit Trinkwasser geflutetet wurde, hatte schon seit Jahren für Kritik gesorgt. „Es war anachronistisch, den noch im Kanal zu machen“, räumte Schubert ein. 2020 und 2021 fand der Kanalsprint pandemiebedingt digital statt. Dieses Jahr ist er erstmals wieder in Präsenz geplant – am 3. September an der Alten Fahrt in der Havel.

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