Welches Eis darf's sein? Potsdams Stadtpolitik will mehr Vielfalt im Volkspark. Foto: Bernd Wüstneck dpa
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Cooler Streit im Bornstedter Feld Politiker gegen Eis-Monopol im Volkspark

Seit 2018 darf ein großer Eis-Hersteller exklusiv seine gefrorenen Kreationen verkaufen. Teile der Stadtpolitik wollen Monopole im Volkspark verbieten.

Potsdam - Das Langnese-Monopol im Volkspark soll gekippt werden. In einem neuen Antrag für die Stadtverordneten fordern die Fraktionen Die Andere und die Linke, dass keine Verträge mehr abgeschlossen oder verlängert werden, die die Pächter im Volkspark verpflichten, nur noch Eis der Marke Langnese oder einer anderen Firma zu verkaufen.

Schon 2019 hatte die Fraktionen unter Berufung auf Anwohnerbeschwerden bemängelt, dass von den Imbissen im Park kein regional produziertes Eis verkauft werden dürfe. 

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Dazu hatte das Rathaus erklärt, der kommunale Entwicklungsträger für das Bornstedter Feld habe zum 1. Januar 2018 mit den Unternehmen Unilever Deutschland GmbH und Chefs Culinar Nord GmbH & Co KG einen Rahmenvertrag über den Vertrieb von Langnese-Speiseeis geschlossen. 

Dies ermögliche besonders günstige Konditionen, so die Stadt. Der Vertrag sei aus wirtschaftlichen Gründen abgeschlossen worden, um „einen nennenswerten Beitrag zur Kostendeckung“ beim Parkbetrieb zu leisten. Der Langnese-Vertrag läuft laut Stadt noch bis Ende 2021.

Die linken Antragsteller in der Stadtpolitik berufen sich auf kritische Studien, wonach für die Produktion von Langnese-Eis „nicht zertifizierte Rohstoffe“ und „umweltschädliche Importe aus Übersee“ verwendet würden. Dagegen verweist der Hersteller unter anderem darauf, dass man mit Ökostrom produziere und der Produktionsstandort im südhessischen Heppenheim kurze Lieferwege bedeute – zur Schonung der Umwelt.

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