In der Kritik: ViP-Chef Martin Grießner beim Protest in Groß Glienicke. Foto: A. Klaer
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Busverbindung in Groß Glienicke Früher war alles besser

Protest gegen Kappung der Busverbindung nach Groß Glienicke.

Groß Glienicke – Der Protest gegen den Wegfall der direkten Busverbindung von Groß Glienicke zum Potsdamer Hauptbahnhof reißt nicht ab. Mittlerweile wurden rund 2300 Unterschriften für die Forderung gesammelt, die Busse aus dem Ortsteil im Norden Potsdams wieder durchfahren zu lassen. Seit Dezember enden sie am Campus Jungfernsee. Dort muss in die neugebaute Tramlinie 96 umgestiegen werden. Allerdings stehen die Chancen dafür eher schlecht.

Am Freitag um 16 Uhr trafen sich rund 120 Betroffene an der Bushaltestelle Am Gutstor zu einer Kundgebung. Anlass waren Dreharbeiten des rbb, der für die Sendung Nachgefragt mit seinem Robur vor Ort war. Moderator Michael Scheibe fragte dann auch, was die Groß Glienicker an der Fahrplanänderung stört: Es sei unverantwortlich, die Leute beim Umstieg am Campus Jungfernsee im Dunkeln warten zu lassen, hieß es. Dort gebe es nicht mal eine Toilette. Die Fahrtzeit habe sich verlängert. Wenn mal eine Tram ausfalle, brauche man für den gleichen Weg eine halbe Stunde länger als früher. Rollstuhlfahrer können nicht in die nicht barrierefreien Tatra-Trams einsteigen. Die Veränderung, so wurde deutlich, wird in Groß Glienicke vor allem als Verschlechterung wahrgenommen. Solange der Bus nicht zum Hauptbahnhof durchfahre, werde sie das Auto nehmen, sagte eine Betroffene. Der Bus der Linie 638 müsse wieder durchfahren, so ihre Forderung: „Punkt!“

Verbesserungspotenzial ist vorhanden

Das Problem schien viele Teilnehmer auch emotional zu beschäftigen. Da hatte es sogar ein Anwohner mit einer differenzierten Sichtweise schwer ausreden zu können. „Die Busse standen in Potsdam früher oft im Stau. Da ist es mit der Straßenbahn besser“, hatte einer gesagt. Aber die Anschlüsse müssten klappen.

Auf wenig Gegenliebe stießen auch die Argumente von Martin Grießner, dem Geschäftsführer des Verkehrsbetriebs – der, im Gegensatz zu Vertretern der Stadtverwaltung, erschienen war. Es gebe tatsächlich Verbesserungspotenzial, was die Verknüpfung zwischen Bus und Tram angehe, räumte er ein. Im März habe es stadtauswärts zu 97 Prozent geklappt. Das müsse besser werden. Auf eine Wiedereinführung der direkten Busverbindung machte Grießner jedoch keine Hoffnung. Nach dem von den Stadtverordneten beschlossenen Verkehrskonzept sollen Parallelfahrten von Bus und Tram vermieden werden. Die Busse seien Zubringer zum leistungsstärkeren Tramnetz. Immerhin: Im April und Mai erwarte der Verkehrsbetrieb zwei weitere verlängerte Niederflurtrams. Sie sollen auf der Linie 96 die nicht barrierefreien Tatra-Trams ablösen. Das könnte zumindest die Situation für Rollstuhlfahrer verbessern. 

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