Das Haus in der Babelsberger Wichgrafstraße 11 soll an einen Investoren verkauft werden. Die Bewohner wollen das verhindern. Foto: Andreas Klaer
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Update Babelsberg Petition zur Wichgrafstraße soll dem Rathaus übergeben werden

Die Mieter der Babelsberger Wichgrafstraße 11 wollen ihr Haus selbst kaufen und bekommen Unterstützung von vielen Potsdamern. Sie wollen erreichen, dass die Stadt Potsdam ihr Vorkaufsrecht nutzt. 

Babelsberg - Die Petition zum Haus in der Babelsberger Wichgrafstraße 11 hat das Quorum erreicht. 2831 Menschen haben innerhalb von acht Wochen ihre Unterschrift online auf Openpetition gesetzt, 2017 von ihnen kommen laut dem Internetportal aus Potsdam. Die Unterschriftenliste soll laut den Mietern zeitnah dem Rathaus übergeben und dort noch einmal geprüft werden. Derzeit befinde man sich noch in Terminabstimmungen. 

„Dass innerhalb so kurzer Zeit so viele Unterschriften zusammen gekommen sind, verdeutlicht die Dringlichkeit des Themas“, teilten die Mieter mit. Zusätzlich zu den Unterschriften online wurden auch Listen in mehreren Stadtteilen ausgelegt. "Dabei sind wir mit vielen Leuten ins Gespräch gekommen und haben sehr viele positive Rückmeldungen erhalten", sagte Mieterin Madaida Lemke am Montag den PNN. Viele Menschen in Potsdam hätten bereits Erfahrungen mit dem Thema Verdrängung gemacht, so Lemke.

Die Mieter Madaida Lemke, Matthias Zimmermann und Sebastian Könitz (v.l.). Foto: Andreas Klaer Vergrößern
Die Mieter Madaida Lemke, Matthias Zimmermann und Sebastian Könitz (v.l.). © Andreas Klaer


Wie berichtet hatten sich die Mieter des Hauses an die Öffentlichkeit gewandt, weil der Eigentümer der Immobilie diese verkaufen wolle. Zunächst hatte er sie den Mietern angeboten, sich dann aber noch einmal unentschieden. Nun möchte er das Haus nach Angaben der Mieter für 4,2 Millionen Euro an zwei unbekannte Investoren verkaufen. Sie bieten eine halbe Million mehr, als die Mieter des Hauses zahlen können. 

Furcht vor Luxussanierung

In der Wichgrafstraße gibt es insgesamt 18 Wohnungen im Vorder- und Hinterhaus. Die Mieter, die sich zu einem Verein zusammengeschlossen haben, befürchten nach dem Verkauf des Hauses massive Mieterhöhungen nach einer möglichen Sanierung. Deshalb fordern sie nun von der Stadt, dass sie ihr Vorkaufsrecht wahrnimmt. Das wollen auch die Stadtverordneten auf Antrag der Linken prüfen lassen, allerdings ist dies erst möglich, wenn ein Kaufvertrag für das Haus vorliegt. Dies ist bislang nicht der Fall, sagte eine Stadtsprecherin auf Anfrage den PNN.

Würde die Stadt das Recht wahrnehmen, wäre dies für Potsdam ein Präzedenzfall. Bislang hat die Stadt im Sanierungsgebiet Babelsberg noch kein Mal das sogenannte Vorkaufsrecht ausgeübt, in ganz Potsdam nur in Einzelfällen. Das Vorkaufsrecht ist an enge rechtliche Vorgaben gebunden.

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