Plakat der Emanzipatorischen Antifa in Potsdam. Foto: Andreas Klaer
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80 Jahre Novemberpogrome in Potsdam Potsdam erinnert - und mahnt

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Am Baufeld der neuen Synagoge in Potsdam wird am 9. November der Opfer der Pogrome gedacht. Das einstige Gotteshaus wurde vor 80 Jahren angegriffen und verwüstet. Auch in Potsdam-Mittelmark wird an die Pogromnacht erinnert.

Potsdam - Am 80. Jahrestag der Pogromnacht finden am 9. November 2018 verschiedene Veranstaltungen in Potsdam und im Umland statt, bei denen der Opfer und der Zerstörungen gedacht werden soll. Zum gemeinsamen Erinnern laden die Landeshauptstadt Potsdam, die jüdischen Gemeinden, die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Potsdam sowie die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit ein. Am 9. November um 14 Uhr werden am Platz der Einheit neben der Hauptpost an der ehemaligen Synagoge Blumen niedergelegt.

In der Nacht zum 10. November waren Einheiten der SS und Gestapo in die Synagoge eingedrungen und hatten die Einrichtung zerstört. Im Anschluss wird am Baufeld der neuen Synagoge der Opfer der Pogrome gedacht und es werden die Namen jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger verlesen, die verfolgt und ermordet wurden.

Oberbürgermeister intervenierte bei Stadtwerken

Zu einem Gedenkspaziergang ruft die Emanzipatorische Antifa Potsdam mit anderen Organisationen auf. Wie berichtet hatten ihnen die Stadtwerke im Vorfeld zunächst das Aufhängen von Plakaten untersagt, auf Drängen von Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) aber doch erlaubt. Beginn ist um 18 Uhr an der Alten Synagoge. Ab 18.45 Uhr wird am Denkmal der Opfer des Faschismus gedacht.

In Teltow wird ebenfalls am 9. November im Neuen Rathaus die Ausstellung „Flucht aus Teltow – Bilder der jüdischen Künstlerin Gertrud Dreyfuss“ eröffnet. Dreyfuss hatte mit ihrer Familie von 1920 bis 1940 in Teltow gelebt, bevor sie vor den Nazis in die USA flüchten musste. Die Eröffnung ist um 17 Uhr im Stubenrauchsaal, Am Marktplatz 1-3. Die Ausstellung ist bis zum 31. Januar 2019 zu sehen.

In Werder (Havel) werden Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) und der Historiker Hartmut Röhn zusammen mit Schülern der Carl-von-Ossietzky-Schule an die Zerstörung jüdischen Eigentums in der Blütenstadt erinnern. Beginn ist um 10 Uhr an den Stolpersteinen, die für Ruth und Hans-Peter Olschowski auf Höhe der Brandenburger Straße 20 verlegt wurden. 

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