Die Bauarbeiten liegen ein Jahr hinter dem Zeitplan. Foto: E. Bellin
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Werder (Havel) Was aus der letzten Ruine in der Innenstadt wurde

In dem alten Haus in der Brandenburger Straße in Werder war zuletzt ein Fleischergeschäft, dann verfiel es und wurde abgerissen. Der Rohbau an der Stelle für ein neues Wohn- und Geschäftshaus ist nun - mit einiger Verzögerung - fast fertig.

Werder (Havel) - Der Bau des neuen Wohn- und Geschäftshauses an Werders zentraler Kreuzung in der Brandenburger Straße in Werder liegt etwa ein Jahr hinter dem Zeitplan. Das bestätigte der Bauherr Jürgen Jakobs den PNN. Demnach ist der Rohbau fast abgeschlossen, bezugsfertig werde das Haus wohl aber erst in sieben bis acht Monaten sein. „Der Abriss der Ruine auf dem Gelände konnte erst ein Jahr später als geplant stattfinden und war vor dem Baumblütenfest 2018 vollendet“, so Jakobs.

Beantragung der Gelder kompliziert

Grund für die Verzögerungen sei das komplizierte Verfahren für die Finanzierung gewesen: Da das Gelände im Sanierungsgebiet liegt, konnte der Abriss zwar aus Fördermitteln bezahlt werden. Die Beantragung der Gelder sei aber kompliziert gewesen, die Auszahlung habe sich deutlich verzögert.

Auf dem Gelände stand einst ein kleines, in den Gehsteig vorgerücktes Haus, in dem ein Fleischereigeschäft war. Nach jahrelangem Leerstand war das Dach zuletzt einsturzgefährdet. Gemeinsam mit dem Lindowschen Haus, das derzeit von der Stadt zur Touristen-Info umgebaut wird, war es die letzte Ruine der Innenstadt.

Wohnungen und Gewerbe soll hier entstehen

In dem viergeschossigen Neubau und einem Seitenflügel sollen wie berichtet neun Wohnungen sowie drei Gewerbeeinheiten entstehen. Die Gewerbeflächen, die im Erdgeschoss liegen, sind insgesamt 200 Quadratmeter groß. Die Wohnfläche soll 675 Quadratmeter betragen, die einzelnen Wohnungen zwischen 65 und 85 Quadratmeter groß sein. Zuletzt war von Mietpreisen von knapp neun Euro kalt die Rede.

Die einzelnen Wohnzimmer sind jeweils nach Süden ausgerichtet, nach Norden zur belebten Kreuzung hin sollen die Schlafzimmer sein, die entsprechende Lärmschutzfenster erhalten. Die Fenster sowie ein Fahrstuhl würden in den kommenden Wochen ebenso eingebaut wie die Hauselektrik, sagt Jürgen Jakobs.

Bei den 1,8 Millionen Euro Baukosten für das Projekt sei es trotz der Verzögerung geblieben, da die Verträge mit den Firmen früh geschlossen wurden. Das Haus sieht Jakobs, der gemeinsam mit seinem Bruder Spargelhöfe in Beelitz betreibt, als Altersvorsorge.

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