Der Einsatz der Feuerwehrleute könnte schwierig werden. Foto: Joerg Carstensen/dpa
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Update Waldbrand in Potsdam-Mittelmark 60 Hektar brennen bei Treuenbrietzen

Vor vier Jahren loderte bei Treuenbrietzen ein verheerender Waldbrand. Mehrere Ortschaften waren von dem Feuer bedroht. Nun brennt es wieder in dem munitionsbelasteten Gebiet. 

Frohnsdorf - Bei Frohnsdorf nahe Treuenbrietzen ist ein Waldbrand ausgebrochen. Das Feuer habe sich auf rund 60 Hektar ausgebreitet, sagte die Sprecherin des Landkreises Potsdam-Mittelmark, Andrea Metzler, am späteren Freitagabend. Zunächst war von 30 Hektar die Rede gewesen. Einheiten der Feuerwehr wurden aus den Landkreisen Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming nachgefordert. Nach Metzlers Angaben sind Feuerwehr, Polizei, Bundeswehr und Technisches Hilfswerk (THW) vor Ort. Insgesamt seien 380 Kräfte im Einsatz. Auch Hubschrauber seien angefordert worden und überflögen das Gebiet, so Metzler. Die Brandenburger Polizei bestätigte am Freitag bei Twitter, dass sie mit ihren Wasserwerfern unterstütze. Diese waren durch Potsdam zu dem Einsatz gefahren, wie Anwohner berichteten. Auch die Berufsfeuerwehr der Landeshauptstadt Potsdam rückte mit einem Zug an Tanklöschfahrzeugen aus.

Eine massive Rauchwolke sei bis in den Süden Brandenburgs zu sehen, sagte der Waldbrandschutzbeauftragte des Landes, Raimund Engel. Der Einsatz könnte schwierig werden, weil es sich auch um Fläche im Kampfmittelverdachtsgebiet handele. Es seien Flächen betroffen, auf denen es bereits 2018 gebrannt habe. „Es ist bereits zu Detonationen gekommen“, berichtete Engel. Darum könnten die Löscharbeiten nur vom Rand aus erfolgen. Er geht davon aus, dass die Arbeiten am Samstag andauern werden. „Man kann nur hoffen, dass sich der Wind etwas legt“, meinte er. Der Munitionsbergungsdienst ist vor Ort. 

Anwohner sollen Fenster und Türen geschlossen halten 

Der Katastrophenschutz warnte die Bevölkerung im Gebiet um Treuenbrietzen, Linthe und Niemegk, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Lüftungs- und Klimaanlagen abzuschalten. Die Leitstelle rief dazu auf, Notrufnummern von Feuerwehr und Polizei für Notrufe freizuhalten und Nachbarn über die Lage zu informieren. 

Ortschaften sind diesmal bislang nicht bedroht 

Die Feuerwehr bei dem Großeinsatz 2018 in Treuenbrietzen.  Foto: Michael Kappeler/dpa Vergrößern
Die Feuerwehr bei dem Großeinsatz 2018 in Treuenbrietzen.  © Michael Kappeler/dpa

Im Jahr 2018 wurden bei einem Waldbrand in Treuenbrietzen rund 400 Hektar Wald zerstört. Aufgrund des Großbrandes, der mehrere Tage wütete, mussten mehr als 500 Menschen die Dörfer Frohnsdorf, Klausdorf und Tiefenbrunnen verlassen. Der Wind drehe sich, es sei wieder sehr trocken, so Metzler. Derzeit gilt landesweit die höchste Waldbrandwarnstufe 5. „Derzeit sind aber keine Ortschaften bedroht“, sagte sie am Freitagabend. 

Die Bundesstraße 102 sei wegen des Einsatzes gesperrt worden. Frohnsdorf liegt mitten im Wald an der B 102 und der Bahnstrecke von Treuenbrietzen nach Jüterbog, 60 Kilometer südwestlich von Berlin. Bei dem Großfeuer 2018 hatte der Wind den Brandgeruch bis nach Charlottenburg und Kreuzberg getrieben. Es solle nun versucht werden, den Brand im Zaum zu halten. Dafür stünde eine Fläche von 143 Hektar zur Verfügung, so die Sprecherin. (mit dpa)

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