Der Wald bei Beelitz am vergangenen Donnerstag. Foto: Julian Stähle/dpa
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Trotz Waldbrandgefahr Wald in Beelitz bleibt für Spaziergänger offen

Der Wald in Beelitz ist auch in den kommenden Tagen für Spaziergänger zugänglich. Ein Schädlingsbefall könnte dies aber schnell ändern.

Beelitz - Spaziergänger dürfen auch weiterhin trotz hoher Waldbrandgefahr den Wald in Beelitz betreten. Wie berichtet hatte die Stadt ein Begehungsverbot beim Landesbetrieb Forst beantragt. Die Entscheidung dazu wird aber erst in etwa einem Monat fallen, wie Fachbereichsleiter Jörg Ecker den PNN am Freitag sagte. Der Forstbetrieb will zunächst abwarten, wie groß die Schäden durch den Kiefernschädling Nonne werden, der die Nadeln von den Bäumen abbeißt. Das Insekt werde erst in den kommenden Tagen richtig aktiv, wie Ecker schildert. Erst nach dem Fraß könne die Gefahr, die für den Wald von den Schäden ausgeht, richtig eingeschätzt werden. „Es können überhaupt nur vom Schädling befallene Areale gesperrt werden“, so der Fachbereichsleiter. Sonst müsste man bei der aktuell hohen Brandgefahr große Waldflächen in ganz Brandenburg sperren, was nicht mit dem allgemeinen Zugangsrecht zum Wald vereinbar sei.

Der Landesforstbetrieb will sich nun auch mit den Waldbesitzern in Beelitz abstimmen und mit anderen Beteiligten wie der Arbeitsgemeinschaft „Schutz der Wälder“ des Landkreises, die tiefere Prüfung des Verbotsantrags werde Wochen dauern. Sollte ein Verbot ausgesprochen werden, müsste dieses zumindest mit Schildern, eventuell sogar mit Schranken und Flatterbändern um die betroffenen Waldflächen herum durchgesetzt werden, so Ecker. Am Freitagnachmittag sollte ein entsprechendes Schreiben vom Landesbetrieb an die Stadt Beelitz übersandt werden.

Der Beelitzer Bürgermeister Bernhard Knuth (Unabhängiges Kommunalbündnis) reagierte enttäuscht auf die Aussage des Landesbetriebs, er könne die ablehnende Haltung nicht verstehen. Die Stadt habe den Antrag am Donnerstag extra noch einmal präzisiert: Ursprünglich sollte das Begehungsverbot wie berichtet für alle Waldflächen auf dem Stadtgebiet gelten, das wurde auf ein Gebiet bei Fichtenwalde, Borkwalde und Borkheide eingegrenzt. „Wir haben unser Möglichstes versucht“, so Knuth. Mit dem Antrag wollte die Stadt das Waldbrandrisiko verringern. Schließlich würden die meisten Waldbrände von Spaziergängern ausgelöst, die etwa eine Zigarettenkippe achtlos in den Wald werfen. Die hohe Waldbrandgefahr wurde auch damit begründet, dass durch den Kiefernschädling schon viele Nadeln auf dem Boden liegen, die als Brandbeschleuniger wirken, so Knuth.

Laut Landesbetrieb Forst müsse ein Begehungsverbot aber ein absoluter Einzelfall bleiben. „Es ist auch diskussionswürdig, ob Nadeln auf dem Boden schlimmer wirken als Nadeln am Baum“, so Fachbereichsleiter Ecker. Das müsse durch wissenschaftliche Untersuchungen überprüft werden.

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