Der Mietvertrag der Teltower Gärtnerei läuft 2023 aus, dann könnten dort Wohnungen entstehen. Foto: Andreas Klaer
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Teltow konkretisiert Baupläne für GPG-Brache Muss Gartenbauer Krieg Teltow verlassen?

Ein Investor will an der Ruhlsdorfer Straße in Teltow neue Wohnungen bauen. Die Stadtverordneten brachten die Pläne jüngst weiter voran - und begruben damit Hoffnungen des dort ansässigen Gartenbaubetriebs.

Teltow - In diesen Tagen wird Gartenbauer Detlef Krieg seine über den Winter geschlossenen Verkaufsräume in den Gewächshäusern der GPG-Brache in der Ruhlsdorfer Straße wieder öffnen. Die Gefühle sind gemischt. Denn während Teltows Stadtverordnete zuletzt den Bebauungsplan für das Areal, auf dem einmal bis zu 230 neue Wohnungen entstehen sollen, weiter voranbrachten, scheint sein Schicksal besiegelt. Die Stadtverordneten diskutierten über eine zweite Zufahrt, Ausgleichsflächen und Dachformen. Wie dem 63-Jährigen ein dauerhafter Verbleib vor Ort gesichert werden kann, darüber sprachen sie jedoch nicht, ärgert sich der Gärtner.

Wie berichtet hatte Krieg vor etwa zwölf Jahren von der Gartenbau Teltow BFS GbR als damaligem Eigentümer eine überbaute Gewächshausfläche von 6000 Quadratmetern angemietet. Weil ihm diese und weitere Flächen zum Verkauf versprochen waren, investierte er. Doch der Deal platzte. Vor etwa vier Jahren verkaufte die BFS ihre rund fünf Hektar große Fläche einschließlich der Gewächshäuser überraschend an ein niedersächsisches Bauunternehmen, das dort nun einen Wohnpark mit Einfamilien- und Doppelhäusern plant.

Detlef Krieg soll auch seine Wohnung verlassen

Der Mietvertrag, den der Gärtner damals schloss, hat noch bis zum Jahr 2023 Bestand. Zwar wollen die Stadtverordneten die Gewächshaus- und an der Straße gelegene Gewerbeflächen als Mischgebiet ausweisen und so den bisherigen Mietern die Chance eröffnen, zu bleiben. Darüber hinaus könne die Stadt aber nichts tun, betonte zuletzt Teltows Stadtsprecher Jürgen Stich. Der Steit müsse auf privatrechtlichem Weg gelöst werden. Seitens des Bauunternehmens warte Krieg aber noch auf ein entsprechendes Signal. Auch gegenüber den PNN äußerte sich der Investor zur Zukunft des Gartenbaubetriebes nicht.

Stattdessen ließen die Eigentümer bereits einen Teil der von Krieg angemieteten Gewächshausflächen abreißen. Auch wurde er aufgefordert, seine in einer Baracke eingerichtete Wohnung zu verlassen. Die Baracke war einst als Unterkunft für Lehrlinge des ehemaligen DDR-Betriebes errichtet und vom späteren Flächeneigentümer zur Wohnung umgebaut worden. Doch was lange geduldet worden war, wurde dem Gartenbauer nun untersagt. "Ich warte jeden Tag auf den Gerichtsbeschluss", sagte er. Muss er raus, werde es noch schwerer, den Betrieb aufrechtzuerhalten, erklärte der Gärtner. Freiwillig aufgeben werde er aber nicht, sagte er. 

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