Das Einkommen in Potsdam-Mittelmark unterscheidet sich in der Höhe deutlich vom restlichen Ostdeutschland. Foto: Arno Burgi/dpa (Symbolbild)
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Ostdeutscher Vergleich Mittelmärker verdienen am meisten

Oliver von Riegen

Eine neue Studie zeigt, dass sich das Pro-Kopf-Einkommen im Osten und Westen Deutschlands immer noch stark unterscheidet. Eine Ausnahme ist Potsdam-Mittelmark. 

Potsdam/Bad Belzig/Düsseldorf - Das verfügbare Pro-Kopf-Einkommen der Privathaushalte in den ostdeutschen Ländern liegt einer Studie zufolge im Kreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg vorn. Eine Untersuchung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung ergab, dass es im Jahr 2016 dort 21.746 Euro pro Kopf im Durchschnitt erreichte. Hinten lag demnach im ostweiten Vergleich Halle/Saale mit einem verfügbaren Einkommen von 17 218 Euro pro Kopf. 

Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Stiftung stützte sich bei der Studie nach eigenen Angaben auf die jüngsten verfügbaren Daten der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder.

Einkommen in Frankfurt (Oder) am niedrigsten

In Brandenburg lag das Einkommen in Frankfurt (Oder) mit 17.381 Euro pro Kopf am niedrigsten, gefolgt von der Stadt Brandenburg/Havel mit 17.609 Euro und dem Kreis Uckermark mit 17 628 Euro. Das Einkommensniveau in Frankfurt (Oder) ist nach Angaben der Forscher vergleichbar mit dem landesweiten Durchschnitt in Italien.

Hinter Potsdam-Mittelmark folgten bei den höchsten Werten in Brandenburg der Kreis Oberhavel mit 20.718 Euro und der Kreis Dahme-Spreewald mit 20.068 Euro. In Berlin war das Pro-Kopf-Einkommen mit 19 719 Euro höher als im Durchschnitt Brandenburgs mit 19.431 Euro. Für Berlin gaben die Forscher nur den einen Wert an.

"Ost-West-Spaltung" bei den Einkommen

Die Untersuchung zeigt nach Ansicht der Wissenschaftler, dass es weiter eine "Ost-West-Spaltung" bei den Einkommen gibt. In Ostdeutschland erreichten nur sechs der 77 Kreise die Marke von 20.000 Euro pro Kopf, während 40 der 324 westdeutschen Kreise ein niedrigeres Einkommen aufwiesen, heißt es in der Studie.

Im Kreis Starnberg bei München lag das Pro-Kopf-Einkommen 2016 bundesweit vorn und mit 34 987 Euro pro Kopf mehr als doppelt so hoch wie beim Schlusslicht Gelsenkirchen in Nordrhein-Westfalen mit 16 203 Euro.

Die Einkommensdaten sind dem WSI zufolge die neuesten verfügbaren Zahlen. Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte ist das Einkommen, was die privaten Haushalte nach Steuern, Sozialabgaben und Sozialtransfers haben, um konsumieren und sparen zu können. (dpa)

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