Christian Große wird nicht Erster Beigeordneter des Landrats. Foto: Manfred Thomas
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Nach Rückzug von Christian Große Potsdam-Mittelmark sucht Vize-Landrat

Der Landkreis schreibt den Posten nach dem Rückzug des CDU-Politikers neu aus. An Landrat Köhler übt Großes Partei scharfe Kritik.

Bad Belzig - Nach dem überraschenden Rückzug des CDU-Politikers Christian Große wird der Posten des Ersten Beigeordneten für den Landkreis Potsdam-Mittelmark neu ausgeschrieben. Das beschloss der Kreistag auf Vorlage von Landrat Marko Köhler (SPD). Am 1. November soll die wichtige Stelle in der Verwaltungsspitze demnach wieder besetzt sein. Im PNN-Interview hatte Köhler zuvor bekanntgegeben, dass Große seine Bewerbung zurückgezogen hat. Zu Gründen äußerte der Landrat sich nicht.

Sehr wohl aber CDU-Mann Große, der in Werder (Havel) Erster Beigeordneter der jüngst im Amt bestätigten Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) ist. In Bezug auf Großes Bewerbung um den Posten im Landkreis übte die CDU-Fraktion deutliche Kritik an SPD und Landrat Köhler. CDU-Fraktionschef Martin Szymczak beklagte, dass „die Gesprächssituation zwischen den Parteien nicht genutzt wurde, um strukturelle und personelle Dinge vernünftig zu besprechen“. Stattdessen hätten Köhler und die SPD „vollendete Tatsachen“ geschaffen. 

Landrat Marko Köhler (SPD). Foto: Andreas Klaer Vergrößern
Landrat Marko Köhler (SPD). © Andreas Klaer

„Eine Kommunikation auf Augenhöhe fand nicht statt“, so Szymczak. Hintergrund der Absage von Große ist vor allem der vom Landrat geplante Zuschnitt der Zuständigkeiten des Ersten Beigeordneten. Köhler will selbst die Wirtschaftsförderung, Regionalentwicklung und den Tourismus verantworten – alle drei Bereiche gehörten zuvor zu den Ressorts des Ersten Beigeordneten. Diese Beschneidung der Kompetenzen sei „zumindest einmal erklärungsbedürftig“, so Große. 

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Der Posten „entspricht nicht nur in dieser Hinsicht nicht mehr der Ausgangslage von vor einem Jahr, als ich mich für diese Aufgabe beworben habe“. Verantworten soll der neue Erste Beigeordnete die Bereiche Personal, Finanzen, Ordnung und Sicherheit, Katastrophenschutz und das Gesundheitsamt. Große kritisierte, das Besetzungsverfahren sei „über fast ein Jahr hinausgezögert“ worden. Das habe er als Zumutung empfunden. Große hatte im Februar die Landrats-Stichwahl gegen Köhler verloren.

CDU-Kreisvorsitzende Saskia Ludwig erhebt Vorwürfe

Dass Köhler insgesamt drei Beigeordnete für seine Verwaltungsspitze will, sieht die CDU-Fraktion kritisch. Es seien Fachbereichsleiterstellen geschaffen worden, auch um Kosten zu sparen. Die CDU-Kreisvorsitzende Saskia Ludwig warf Köhler vor, er baue „in Windeseile die Kreisverwaltung zu einer SPD-Zentrale um“. 

Dass der Landrat für den ehemaligen SPD-Landesgeschäftsführer Daniel Rigot „eine neue Stelle mit besonderen Kompetenzen“ geschaffen habe, sei „kein neutraler Einstieg“. Rigot ist seit Anfang Juli Stabsbereichsleiter unter Köhler. Seine Vorlage für die Schaffung von zwei neuen Beigeordnetenposten zog der Landrat im Kreistag allerdings zurück – eine Mehrheit war aussichtslos.

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