Neue Pläne für Teltows Marine Quartier: Statt Wohnriegel längs des Kanals werden nun wohl auf dem Areal an der Jahnstraße Wohnblöcke ohne Wasser gebaut.  Darstellungen/Modell: Patzschke-Schwebel
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Marine Quartier in Teltow Aus für ambitioniertes Bauprojekt

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Mit dem Marine Quartier in Teltow wollten Investoren das Wasser vom Hafen in die Altstadt holen und 250 neue Wohnungen bauen. Drei Jahre später gibt es allerdings neue Pläne.

Teltow – Es waren ambitionierte Pläne, die eine Berliner Investorengruppe vor drei Jahren in Teltow präsentierte. Ein Durchstich vom Hafenbecken sollte das Wasser unterhalb der Oderstraße in die Altstadt führen. Bis zu 250 neue Wohnungen sollten in dem als "Marine Quartier" vorgestellten Viertel entstehen. Davon ein Teil an dem neu geschaffenen Kanal, weitere an einem Weiher – wie Hobbithöhlen in einen Wall der Oderstraße integriert. Nun scheint der Traum geplatzt.

Nun lieber Eigentumswohnungen ohne Wasseranbindung

Die Berliner Investoren haben mit einer rund 7400 Quadratmeter großen Grundstücksfläche an der Teltower Jahnstraße einen Teil des Areals an die Projekt Investment AG aus Bamberg verkauft, die dort nun Eigentumswohnungen ohne Wasseranbindung bauen will. Laut Angaben des Unternehmens sollen die Immobilien dem Portfolio eines neuen Immobilienfonds namens "Metropolen 18" zugefügt werden. Neben Teltow investiere die Projekt Investment in insgesamt sieben Metropolregionen mit hoher Wohnraumnachfrage, darunter München, heißt es. Dort hatte die Gruppe zeitgleich zum Kauf in Teltow ein rund 770 Quadratmeter großes Grundstück erworben. Auf beiden Flächen sollen insgesamt 129 Eigentumswohnungen entstehen.

Drei Wohngebäude mit Innenhöfen und Tiefgarage

In Teltow sind auf dem rechteckigen Areal zwischen Jahnstraße und Zeppelinufer/Oderstraße nunmehr drei Wohngebäude geplant. Die beiden im Norden und Süden gelegenen Häuser sollen jeweils im rechten Winkel angeordnet werden und sich spiegelverkehrt gegenüberstehen, die Front den Straßen zugewandt. Mittig soll parallel zu den bestehenden Bauten ein aus drei Würfeln bestehender Wohnriegel das Quartier teilen. Daneben sind begrünte Innenhöfe, zudem eine Tiefgarage geplant, so wie sie auch in den früheren Plänen bereits vorgesehen war. Ein noch vorhandenes Gebäude, das zuletzt als Lagerraum diente, werde abgerissen, heißt es. Das Verkaufsvolumen der exklusiven Wohnungen in Teltow werde nach Angaben des Immobilienentwicklers rund 42 Millionen Euro betragen.

Weitere Pläne werden kommende Woche vorgestellt

Warum sich der frühere Investor von dem Grundstück trennte, wusste die Stadt gestern nicht zu sagen. Es handele sich um einen Privatverkauf, auf den die Stadt keinen Einfluss habe, erklärte Stadtsprecher Jürgen Stich. Architekt Christoph Schwebel, der die Pläne für das Marine Quartier einst entworfen hatte, war kurzfristig nicht zu erreichen. Ursprünglich sollten die Pläne für das verkaufte Grundstück dem Teltower Bauausschuss am gestrigen Mittwochabend präsentiert werden. Nach Rathausangaben wurde der Tagesordnungspunkt aber aus nicht näher benannten Gründen in den Januar verschoben.

In der kommenden Woche werde Architekt Schwebel dem Ausschuss jedoch in einer weiteren Sitzung seine aktuellen Überlegungen für die Fläche östlich des Hafenbeckens vorstellen, erklärte sein Büro. Auch auf dem der Klösters Baustoffwerke GmbH gehörigen Areal waren zuletzt Wohnbauten geplant. Zunächst hatte Klösters dort selbst einen barrierefreien Wohnpark mit sechs mehrgeschossigen Wohnwürfeln entwickeln wollen, sich dann aber der Investorengruppe angeschlossen, die die rund 8000 Quadratmeter große Fläche in ihr städtebauliches Konzept für das Marine Quartier übernahm (PNN berichteten).

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