Die Rolle der Maria im Kleinmachnower Krippenspiel übernimmt seit zehn Jahren eine ehemalige Gesangsschülerin von Veranstalterin Christiane Heinke.  Foto: Sebastian Latzke
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Krippenspiel in Kleinmachnow Wo die Englein singen

In Kleinmachnow findet bereits zum zehnten Mal das traditionelle Krippenspiel im Heizhaus statt. Die heutige Fassung stammt aus den 1970er Jahren. 

Kleinmachnow - In einer Scheune mitten im Stroh steht die Krippe, Maria und Josef blicken beseelt ins Innere. Umrundet werden sie dabei von einer Engelsschar. Denn der Heiland wurde geboren. Anders als in der klassischen Version liegt in der Krippe in Kleinmachnow aber kein Jesuskind, sondern das Licht mehrerer Kerzen stahlt daraus hervor. Zum zehnten Mal findet an diesem Wochenende im Heizhaus auf dem Seeberg das traditionelle Krippenspiel statt. Insgesamt rund 40 Darsteller wirken mit. Die Aufführungen finden am Samstag um 15, 17 und 19.30 Uhr sowie am Sonntag um 15 und 17 Uhr statt.

Die meisten Krippenspieler sind bereits seit vielen Jahren dabei. Nur einige Kinder, die zumeist Teil des 20-köpfigen Engel-Ensembles werden, kämen jedes Jahr neu dazu, sagt Christiane Heinke, die das Krippenspiel seit 2009 organisiert. Sie selbst ist Sängerin und unterrichtet seit vielen Jahren an der Kreismusikschule in Kleinmachnow Gesang. Dort, aber auch über die Kirche sowie den Verein KultRaum, dessen erste Vorsitzende sie ist, hat Heinke ihre Spieler aufgetan – alle kommen aus Kleinmachnow. Und auch einige Familienmitglieder spielen mit. „Viele werden bereits als Kind vom Krippenspielfieber infiziert“, sagt sie. So erhalten zwei ihrer kleinen Neffen in diesem Jahr – auf eigenen Wunsch – zum ersten Mal eine kurze Sprechrolle. Die Maria wiederum, eine ehemalige Gesangsschülerin von Heinke, übernimmt bereits seit zehn Jahren diese Rolle.

Das Krippenspiel ist eine Familientradition

In diesen Tagen wird noch ausgiebig geprobt, am Freitag fand die Generalprobe statt. Für langjährige Darsteller beschränke sich die Probe allerdings auf wenige Tage, denn der Text werde jedes Jahr nur geringfügig geändert, sagt Heinke. Die aktuelle Fassung gibt es in der Form bereits seit 1978. Die Verse und Lieder orientieren sich an der Weihnachtsgeschichte, wie sie im Lukasevangelium aufgeschrieben steht, und wird in vielen Passagen gesungen vorgetragen.

Das Krippenspiel beruht auf einer langjährigen Familientradition. Heinkes Urgroßeltern führten die ersten Krippenspiele bereits nach dem Ersten Weltkrieg in den 1920er-Jahren auf und zwar in der Dorotheenstädtischen Kirche in Berlin. Die Großmutter führte die Tradition im heimischen Wohnzimmer in Flensburg, Pinneberg und Hannover fort. 1978 übernahm Heinkes Mutter die Regie. Nachdem Familie Heinke in den Vorharz gezogen war, wurde das Krippenspiel noch erfolgreicher: Ab 1983 führten die Heinkes dort in einem Stall eines Gutshofes in dem Ort Jerze das Stück auf, das am Adventswochenende bis zu 2500 Besucher anlockte. Seit 2009 nun entsteht unter der Leitung von Christiane Heinke jedes Jahr beim Krippenspiel in Kleinmachnow weihnachtliche Stimmung.
Karten für das Krippenspiel gibt es im Natura Buchhandel sowie an der Abendkasse. Der Eintritt kostet 6 Euro und 9 Euro für die längere Fassung mit ergänzenden kammermusikalischen Einlagen am Samstag um 19.30 Uhr

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