Kleinmachnow Diebstahl schwer gemacht

Die Kriminalitätslage in Kleinmachnow zeigt, dass die Zahl der Diebstähle in der Gemeinde von 2013 zu 2014 leicht gestiegen ist. Polizei beriet zum Thema Einbruchsprävention.

Kleinmachnow - Kaum ein Tag vergeht, an dem die Polizei nicht über Wohnungseinbrüche und Autodiebstähle aus Kleinmachnow und der Region berichtet. Umso erstaunlicher war das geringe Interesse an der Präventionsveranstaltung der Polizei am Mittwochabend im Bürgerhaus der Gemeinde. „Es ist gerade jetzt die Zeit, in der die Täter zuschlagen“, sagte Polizeihauptkommissar Alexander Gehl von der Polizeiinspektion Potsdam. Gehl leitete die Veranstaltung und ist gleichzeitig Koordinator der Präventionsstelle in der Polizeiinspektion. „Man wird nie hundertprozentig sicher sein, aber wir können Tipps geben, sodass es Einbrecher schwerer haben“, sagte Gehl. „Immerhin werden 88 Prozent der Einbrüche am Tag verübt.“ Zu dieser Zeit seien die meisten Menschen arbeiten.

Die Kriminalitätslage in Kleinmachnow zeigt, dass die Zahl der Diebstähle in der Gemeinde von 2013 zu 2014 leicht gestiegen ist. Im vergangenen Jahr wurden, laut Polizei, 590 Fälle registriert. 2013 waren es 565. Obwohl die Zahl der Wohnungseinbrüche zurückgeht, steigen die Diebstähle von Fahrrädern. „Dabei ist die Zeit lange vorbei, das die Fahrräder nur geklaut wurden, um nach der Disco schnell nach Hause zu kommen“, so der Hauptkommissar. Gehl riet, Fahrräder von der Polizei codieren zu lassen. Das erhöhe zumindest die Chancen, die Räder wiederzufinden.

15 bis 30 Sekunden, um in ein Haus oder eine Wohnung zu gelangen

Laut Polizei brauchen Einbrecher rund 15 bis 30 Sekunden, um in ein Haus oder eine Wohnung zu gelangen. In den meisten Fällen hebeln die Täter beim Einfamilienhaus die Terrassentür beziehungsweise die Wohnungstür in Mehrfamilienhäusern auf. „Je länger ein Täter braucht, um in das Haus zu gelangen, umso unwahrscheinlicher wird der Einbruch“, sagte Gehl. „Mit einfachen Mitteln kann es dem Täter schwer gemacht werden.“ Es gibt verschiedene Wege, Fenster und Türen zu sichern. „Wir bieten eine kostenlose Beratung zu Hause an“, so Gehl. Bislang habe die Polizei immer einen hilfreichen Tipp geben können.

Ein relativ neues Präventionsmittel ist die Kennzeichnung wertvoller Gegenstände mit künstlicher DNA. Mittels eines transparenten, individuellen Klebstoffes, der unter UV-Licht sichtbar wird, werden beispielsweise Computer, Fernseher und Schmuck gekennzeichnet. Die Wertgegenstände müssen in einer Datenbank eingegeben werden, auf die die Polizei Zugriff hat. Eventuell gefundenes Diebesgut kann dann eindeutig zugeordnet werden. „Bislang ist mir noch kein Fall bekannt geworden, bei dem ein Einbruch aufgenommen wurde und die Täter DNA-Diebesgut gestohlen haben“, so Gehl. Die Gemeinde Kleinmachnow habe seit Ende 2013 rund 550 solcher DNA-Sets verkauft, sagte Andrea Schulz von der Kommunalverwaltung. 

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