Ein Hubschrauber bei der Betankung mit einem Schädlingsbekämpfungsmittel. Foto: Bernd Settnik/dpa (Archiv)
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Insektizide aus der Luft Gericht erlaubt Einsatz mit Karate Forst

Mit einem Eilantrag wollten Naturschützer den Einsatz eines Schädlingsbekämpfungsmittel in einem Teil Brandenburgs verhindern. Doch sie hatten keinen Erfolg: Es darf gesprüht werden.

Potsdam - Schlappe für die Kritiker des Einsatzes von „Karate Forst“: Der Wald in Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming kann weiterhin mit dem umstrittenen Insektizid gegen den Kiefernschädling Nonne besprüht werden. Das Potsdamer Verwaltungsgericht hat am Mittwochnachmittag eine Klage des Nabu zum sofortigen Stopp des Einsatzes zurückgewiesen.

„Nach Auffassung des Gerichts fehlt es dem Antragsteller an der notwendigen Antragsbefugnis“, heißt es in der Pressemitteilung des Gerichts. So hätte aus Sicht der 4. Kammer des Verwaltungsgerichts der Nabu in diesem das Pflanzenschutzrecht betreffenden Bereich kein Recht zu klagen, erklärt Gerichtssprecher Ruben Langer. Die sogenannte Verbandsklagebefugnis, die der Nabu als Umweltverband hat, greife nur bei Vorhaben, nicht aber bei Handlungen wie dem derzeit durchgeführten Sprüheinsatz.

Der Vorsitzende des Nabu-Landesverbandes kritisiert, dass sich das Gericht nur rein formal und nicht inhaltlich mit der Klage auseinandergesetzt hat. „Das ist eine völlige Fehlinterpretation des internationalen und nationalen Rechtes“, so Friedhelm Schmitz-Jersch. Es handele sich um einen erheblichen Eingriff in die Natur, dennoch habe das Gericht eine inhaltliche Überprüfung verweigert. Gegen die Entscheidung will der Nabu noch am Mittwochabend Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg einlegen, kündigte Schmitz-Jersch an.

Jetzt folgen Fichtenwalde, Borkheide und Borkwalde

Laut dem Einsatzleiter Michael Kopka vom Landesforstbetrieb soll bereits in der kommenden Woche der Wald bei Fichtenwalde, Borkheide und Borkwalde überflogen werden. Derzeit fliege der Hubschrauber mit dem Insektizid im Landkreis Teltow-Fläming. Auch dort sind wie berichtet Flächen betroffen. Kopka hofft, bald zwei Hubschrauber zu bekommen, dann würde der Einsatz nahe Beelitz nur zwei Tage dauern.

Unterdessen kündigten die Grünen den Besuch von Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender im Bund von Bündnis 90/Die Grünen am Sonntag in Borkwalde an. Hofreiter will sich selbst ein Bild vor Ort machen und den Wald von Karl Tempel besuchen. Tempel betreibt seit Jahren den Umbau seines Privatwaldes in einen Mischwald. Treffpunkt ist um 15.30 Uhr an der Info-Tafel „Tempelwald“ im Siebenbrüderweg in Borkwalde.

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