Taucher der Berufsfeuerwehr Potsdam suchten am Großen Lienewitzsee in Michendorf nach dem Jungen. Foto: Feuerwehr Potsdam via Twitter
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Update Erster Badetoter des Sommers Polizei untersucht Tod von Achtjährigem

Anna Kristina Bückmann

Der Junge ertrank am Montag im Großen Lienewitzsee in Michendorf. Rettungskräfte hatten ihn nach einer Suchaktion leblos aus dem Wasser geborgen.

Potsdam - Nachdem ein Achtjähriger am Montagabend leblos aus dem Großen Lienewitzsee in Michendorf geborgen worden ist, ermittelt die Polizei zu den Hintergründen des Unfalls. „Wir haben ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet“, sagte Juliane Mutschischk, Sprecherin bei der Polizeidirektion West am Dienstag. Darin solle auch geklärt werden, warum der Junge unter Wasser geriet.

Das Kind aus Michendorf (Potsdam-Mittelmark) war nach Angaben der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft Brandenburg (DLRG) mit mehreren Kindern und deren Eltern an dem See zwischen Potsdam und Beelitz. Seit 18 Uhr war er vermisst worden, die Polizei hatte um Hinweise gebeten. 

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Rettungstaucher der Wasserwacht und der DLRG suchten am Strand und im Wasser nach dem Kind. Um kurz nach 21 Uhr bargen die Rettungskräfte den leblosen Körper des Jungen aus dem Wasser. Ein Notarzt stellte den Tod des Kindes fest.

Es ist nach DLRG-Angaben der erste Badetote in diesem Sommer in Brandenburg. Bundesweit habe es aber allein in den vergangenen 14 Tagen bereits mehr als 20 Fälle gegeben, sagte Sprecher Daniel Keip.

Gemeinde bietet Notfallseelsorge an

Michendorfs Bürgermeisterin Claudia Nowka zeigte sich erschüttert. In einer Traueranzeige vom Mittwoch, unter anderem beim sozialen Netzwerk Facebook verbreitet, hieß es: "Mit großer Betroffenheit haben wir die Nachricht vom plötzlichen Unfalltod eines Schülers aus unserer Gemeinde und Grundschule fassungslos entgegennehmen müssen." Alle Schüler:innen der Grundschule seien heute über das Unglück informiert worden, gleichzeitig waren Mitarbeiter der Notfallseelsorge begleitend vor Ort, um Kinder und Erwachsene in der Trauerarbeit zu begleiten. Die Notfallseelsorge solle auch weiterhin Gesprächsmöglichkeiten in Schule und Hort anbieten, hieß es. Michendorfs Bürgermeisterin dankte zudem allen Helfern, die am Einsatz am Dienstagabend beteiligt waren oder unterstützt hatten. "Unser Mitgefühl und unsere Gedanken sind  bei der Familie und den Angehörigen", hieß es weiter. Nowka ließ auch erklären, dass alle Flaggen in der Gemeinde auf Halbmast gesetzt würden und alle feierlichen Termine in Michendorf für diese Woche abgesagt würden. 

Screenshot der Traueranzeige Gemeinde Michendorf. Repro: KG Vergrößern
Screenshot der Traueranzeige Gemeinde Michendorf. © Repro: KG

Schwimmunterricht muss dringend nachgeholt werden

„Eltern sollten ihre Kinder am Wasser niemals aus den Augen lassen“, sagte Keip. Erwachsene hätten eine besondere Verantwortung - egal, ob das Kind 8 Jahre oder 14 Jahre alt sei. „Kinder ertrinken leise. Ihnen fehlt die Kraft, um noch um Hilfe zu rufen.“ Die Gefahren des Wasser würden häufig unterschätzt.

In Brandenburgs Schulen findet eigentlich 40 Stunden Schwimmunterricht statt. Durch die Corona-Pandemie und geschlossene Schwimmbäder sei der Unterricht jedoch ausgefallen. „Das müssen wir jetzt dringend nachholen“, sagte Keip. „Je mehr Schwimmer wir ausbilden, desto weniger solch trauriger Fälle haben wir.“ Der DLRG ist weiterhin auf aktive Mitglieder, die sich als Rettungsschwimmer ausbilden lassen, sowie Spenden angewiesen, um Brandenburgs Seen zu bewachen. (dpa)

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