An apple a day? Es muss schon etwas mehr sein, betonen Ernährungsforscher aus Bergholz-Rehbrücke. Carmen Jaspersen/dpa
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Ernährungsforschung in Bergholz-Rehbrücke Ein Apfel am Tag reicht nicht aus

Anna Kristina Bückmann
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Ernährungsforscher aus Rehbrücke empfehlen ausreichend Obst und Gemüse zu essen, um das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken. Die meisten Menschen halten sich allerdings nicht an die empfohlenen Mengen.

Bergholz-Rehbrücke - Obst und Gemüse sollten auch im Alter regelmäßig auf den Tisch kommen. Das raten Ernährungswissenschaftler vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) in Rehbrücke. Langzeitstudien zeigen demnach, dass Menschen, die ausreichend Obst und Gemüse essen, ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben. Ausreichend seien drei Rationen Gemüse und zweimal Obst am Tag, erklärte der Leiter der Abteilung für Molekulare Epidemiologie, Matthias Schulze, am Donnerstag. „Eine Handvoll ist gut und entspricht etwa 400 Gramm.“

Viel Obst und Gemüse und viel Wasser

Für ältere Menschen gelten im Grunde die gleichen Empfehlungen wie für andere Altersklassen auch, hieß es. Viel Obst und Gemüse, wenig rotes Fleisch und ausreichend trinken, „am besten viel Wasser“, sagte Schulze, der auch Professor für Ernährungswissenschaft an der Universität Potsdam ist.

Die empfohlenen Mengen essen den Studien zufolge jedoch die Allerwenigsten. Zwar nehmen ältere Menschen im Schnitt mehr Obst und Gemüse zu sich als jüngere. „Es ist trotzdem nicht genug“, sagte Schulze. „Der eine Apfel am Tag reicht nicht aus, um gesund zu bleiben.“ Als Alternative für rotes Fleisch eigneten sich etwa Geflügelfleisch wie Hähnchen oder Fisch. Auch Hülsenfrüchte seien wahre Proteinquellen.

Forscher nehmen Ernährungsgewohnheiten in der Region unter die Lupe

Am Donnerstag diskutierten Wissenschaftler in Rehbrücke bei der vierten Jahrestagung des Kompetenzverbundes „NutriAct“. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt untersucht, welche neurobiologischen, sozialen und familiären Faktoren die Nahrungsauswahl beeinflussen. Dabei nehmen die Wissenschaftler auch Ernährungsgewohnheiten in der Region Berlin-Brandenburg unter die Lupe.

Brandenburg als Spitzenstandort der Ernährungsforschung

Zu dem Kompetenzcluster zählen unter anderem die Uni Potsdam, das DIfE sowie das Leibniz-Institut für Agrartechnik. Die Einrichtungen tragen dazu bei, dass sich Brandenburg „zu einem Spitzenstandort der Ernährungs- und Gesundheitsforschung entwickelt hat“, sagte Brandenburgs Wissenschaftsministerin Martina Münch (SPD) zur Eröffnung der Tagung. Am Cluster sind auch mehrere Firmen aus Berlin und Brandenburg beteiligt, größter Teilnehmer der Region ist die Firma Herbafoods aus Werder (Havel), die Lebensmittelzusatzstoffe herstellt.  (dpa)

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