Genossen-Trio. Bürgermeister M. Grubert, D. Woidke und W. Blasig (v.l.). Foto: eb
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Elektrobus soll zum Europarc Kleinmachnow fahren Woidke: Auch Stammbahnhätte genügend Nutzer

Kleinmachnow - Der Europarc an der Avus in Kleinmachnow braucht eine bessere Verkehrsanbindung. Darin waren sich bei einer Besichtigung am Mittwochabend Ministerpräsident Dietmar Woidke, Landrat Wolfgang Blasig (beide SPD), Europarc-Geschäftsführer Jacky Starck sowie mehrere Geschäftsführer ansässiger Firmen einig. Ob für die Anbindung jedoch die frühere Stammbahn von Zehlendorf über den Europarc nach Potsdam wieder aktiviert wird, die S-Bahn von Wannsee verlängert wird oder es nur Verbesserungen im Busverkehr geben soll, blieb offen. Woidke betonte, dass alle Gemeinden im Berliner Umland einen besseren Bahnanschluss fordern und noch bis Jahresende vom Infrastrukturministerium mehrere neue Strecken auf ihren Nutzen untersucht werden. Vorher könnten keine Zusagen gemacht werden. Ein wichtiges Kriterium für neue Bahnstrecken seien aber die Nutzerzahlen. „Und da steht Kleinmachnow durch die vielen Einwohner und die Mitarbeiter des Europarcs gut da“, so der Ministerpräsident.

Ein weiterer Vorzug: Das Land will mit Verkehrsinvestitionen private Investitionen generieren, und am Europarc sind Jacky Starck zufolge noch zehn Prozent der Flächen frei. Mindestens 1500 zusätzliche Arbeitsplätze könnten dort entstehen, sollte die Anbindung verbessert werden. Woidke zufolge gibt es nur vier bis fünf ähnlicher Hotspots um Berlin.

Versuche für eine bessere Verbindung sind bereits vor Jahren gescheitert

Derzeit ist die einzige Nahverkehrsanbindung die Buslinie 620, die alle 20 Minuten mit 2,5 Kilometer langem Umweg über die Autobahn fährt. Versuche von Kleinmachnow und Stahnsdorf, eine direkte Verbindung mit Elektrobussen über den Stahnsdorfer Damm zu etablieren, waren vor Jahren gescheitert, da Berlin die Straße zum Radweg herabgestuft hatte und der Bezirk darüber bisher nicht mit sich verhandeln ließ. Woidke will nun den wohl künftigen Verkehrssenator Andreas Geisel und Ministerin Kathrin Schneider (beide SPD) in den Europarc holen, um eine Lösung herbeizuführen.

Die soll auch für das zweite Problem des Gewerbegebietes möglich sein: Die Ausschilderung. An der Autobahn steht nichts vom Europarc, seit fünf Jahren laufen Verhandlungen mit dem Landesstraßenbetrieb. Der wollte bisher nur das Piktogramm für Industriegebiete anbringen, wodurch Jacky Starck Firmen wie Ebay aber nicht repräsentiert sieht. Ein Schild, auf dem „Europarc“ steht, könne Woidke zufolge aber kein Problem sein. 

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