Mit dem neuen Gebäude bekommt das Deutsche Institut für Ernährungsforschung ein hochmodernes Untersuchungszentrum. Animation Heinle, Wischer und Partner, Freie Architekten, Berlin
© Animation Heinle, Wischer und Partner, Freie Architekten, Berlin

Deutsches Institut für Ernährungsforschung Grundstein für Wissenschaftszentrum gelegt

Auf dem Areal des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) entstehen hochmoderne Labore, Büros und eine Biomaterialbank.

Bergholz-Rehbrücke - Startschuss auf dem Areal des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE): Am Dienstag wurde der Grundstein für ein neues, modernes Gebäude gelegt, das Platz für Mitarbeiter und Studenten sowie exzellente Bedingungen für die Forschung bieten soll.

Das Institut ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft und betreibt experimentelle und angewandte Forschung auf dem Gebiet Ernährung und Gesundheit. An seinem Standort in Bergholz-Rehbrücke befindet sich das Institut bereits seit 1946. Das heutige DIfE ging 1992 aus dem Zentralinstitut für Ernährung hervor. Der Neubau werde benötigt, um bisher fehlende Labor- und Büroräume zu schaffen, teilte das Institut mit. Auf knapp 2600 Quadratmetern soll das Gebäude Platz für rund 100 Mitarbeiter bieten.

Humanstudienzentrum mit Untersuchungsräumen

Der Neubau bestehe dabei aus sieben eigenständigen Einheiten, erklärte die verantwortliche Ingenieurin des Berliner Architektenbüros Heinle, Wischer und Partner, Katja Döpke. So sollen Räume für ein Humanstudienzentrum mit Untersuchungsräumen sowie einem Primärlabor entstehen. Für die Lagerung und Aufbereitung der Bioproben wird eigens eine zentrale Biomaterialbank in dem Gebäude eingerichtet.

Auch hochmoderne Labore, Büroräume für die Mitarbeiter der Abteilung Molekulare Epidemiologie, die bisher in angemieteten Räumen in der Straße Zum Springbruch sitzen, sowie ein separat zugänglicher Seminarbereich mit Lehrflächen für Mitarbeiter und die Studenten der Uni Potsdam sollen entstehen. Es seien verschiedene Nutzungen in dem Gebäude vereint worden, so Döpke.

Geplant: ein Ruhebereich mit viel Grün

Die Büros, Labore und ein Datenschutzbereich werden in einem dreigeschossigen Hauptteil entstehen. Die Seminarflächen sind zusammen mit dem Primärlabor sowie der Biomaterialbank in einem eingeschossigen Nebengebäude geplant. Von der Haupthalle aus seien alle Bereiche zugänglich. Dort soll ein Ruhe- und Rückzugsort mit viel Grün entstehen. Auch im Außenbereich werde es auf einem zentralen Platz Aufenthaltsmöglichkeiten geben. In Richtung Arthur-Scheunert-Allee sind zudem 40 weitere Parkplätze geplant.

„Wenn man die Entwicklung der Ernährungswissenschaft der vergangenen 20 bis 25 Jahre vergleicht, dann hat sie einen großen Wandel durchgemacht“, erklärte Tilman Grune, wissenschaftlicher Vorstand des Instituts. Heute sei es eine Gesundheitswissenschaft, deren Ergebnisse in komplexen Studien untersucht und überprüft werden müsse. Mit der Neuorientierung seien auch die Ansprüche sowohl von wissenschaftlicher Seite, als auch von den Probanden gewachsen. „Wir brauchen ein modernes Untersuchungszentrum“, so Grune.

Vorarbeiten haben im Mai begonnen

Der Bau sei bereits seit 2014 in der Vorplanung, wie Birgit Schröder-Smeibidl, administrativer Vorstand des Instituts, erklärte. Es sei ein längerer Prozess gewesen, bis alle Fragen, wie etwa zur Liegenschaft und zur Nutzung geklärt gewesen seien. Die Vorarbeiten auf der Baufläche haben bereits im Mai begonnen. Im Jahr 2021 soll das Gebäude voraussichtlich fertig sein, so dass die Mitarbeiter Anfang 2022 einziehen können. Insgesamt wird das Vorhaben 20 Millionen Euro kosten. Eine Hälfte wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung finanziert. Die andere Hälfte übernimmt das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, erläuterte Schröder-Smeibidl.

Benannt wurde das Gerty-Cori-Haus nach der gleichnamigen österreichisch-amerikanischen Biochemikerin Cori (1896-1957), die 1947 gemeinsam mit ihrem Mann Carl Cori und Bernardo Alberto Houssay den Nobelpreis für ihre Arbeiten über den Zucker-Stoffwechsel erhielt. „Sie ist die erste Frau, die mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet wurde“, wie Schröder-Smeibidl erklärte.

Campus in Rehbrücke geplant

Das DIfE arbeitet eng mit dem Institut für Ernährungswissenschaft (IEW) der Universität Potsdam zusammen, das seinen Sitz auch in Rehbrücke hat. So lehren etwa einige Professoren des DIfE im Studiengang Ernährungswissenschaft der Uni. Beide Einrichtungen wollen in Rehbrücke einen gemeinsamen Campus entwickeln. 

„Rehbrücke hat sich zu einem vierten geheimen Standort der Uni entwickelt“, sagte Florian J. Schweigert, Vizepräsident für Internationales, Alumni und Fundraising der Universität Potsdam. Nicht nur alleine die Grundsteinlegung sei Ausdruck dieses Bedeutungszuwachses. Beide Institute arbeiten gemeinsam an Forschungsprojekten.

Erst im April wurde etwa das JointLab „Phytochemie und Biofunktionalität sekundärer Pflanzenmetabolite“ der beiden Einrichtungen und des Instituts für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) eröffnet, um den Einfluss pflanzlicher Nahrungsmittel auf die Gesundheit und die Entstehung von ernährungsbedingten Erkrankungen zu erforschen.

Wie berichtet plant auch das IEW für rund 20 Millionen Euro einen Neubau auf dem Areal. Dort sollen unter anderem ein Analytikzentrum und Forschungsräume entstehen. Die Baugenehmigung sei erteilt und das Vergabeverfahren an einen Generalunternehmer laufe. Die Fertigstellung ist für 2022 geplant, teilte die Universität Potsdam mit.

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