Der Vorfall ereignete sich am späten Mittwochnachmittag (Symbolbild). Foto: Sebastian Gabsch
© Sebastian Gabsch

Bundespolizei nimmt Mann in Gewahrsam 54-Jähriger will auf Lok-Puffer von Werder nach Berlin fahren

Sophia-Caroline Kosel

Der Mann war am Bahnhof Werder (Havel) auf den Lok-Puffer gestiegen. Gut 600 Fahrgäste mussten wegen des Vorfalls ihre Fahrt mit nachfolgenden Zügen fortsetzen.

Werder/Berlin -  Auf dem Puffer einer Regionalbahn-Lok wollte am späten Mittwochnachmittag ein Mann von Werder (Havel) aus nach Berlin reisen.

„Er war vorher schon in dem Zug mitgefahren, am Bahnhof Werder ohne sein Gepäck ausgestiegen, um frische Luft zu schnappen – und dann schlossen sich die Türen“, sagte ein Sprecher der Berliner Bundespolizei am Mittwochabend.

Da der Triebfahrzeugführer des RE1 den 54-Jährigen zunächst nicht erkennen konnte, sei der Zug gegen 17.15 Uhr losgefahren.

[Was ist los in Potsdam und Brandenburg? Die Potsdamer Neuesten Nachrichten informieren Sie direkt aus der Landeshauptstadt. Mit dem Newsletter Potsdam HEUTE sind Sie besonders nah dran. Hier geht's zur kostenlosen Bestellung.

Dann habe sich der Passagier aufgerichtet, der Triebfahrzeugführer habe ihn gesehen und gebremst. Der Zug sei außerhalb des Bahnhofs zum Stehen gekommen.

„Der Mann hat sich dann zwischen der Lok und dem ersten Wagen vor dem Triebfahrzeugführer versteckt“, sagte der Bundespolizeisprecher. Bundespolizisten hätten ihn schließlich in Gewahrsam genommen.

Der Zug fuhr rückwärts wieder in den Bahnhof Werder (Havel) zurück – mitsamt den rund 600 Fahrgästen. Diese mussten in nachfolgende Züge umsteigen, wie die Bundespolizei Berlin am Mittwochabend per Twitter mitteilte.

„Der Triebfahrzeugführer konnte nach dem Vorfall nicht mehr weiterfahren“, sagte der Sprecher. Der Einsatz der Bundespolizei endete gegen 19 Uhr.

Gegen den 54-Jährigen wird nach der lebensgefährlichen Aktion wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ermittelt. Er blieb den Angaben zufolge unverletzt.

Von Werder nach Berlin ist der Regionalzug rund eine halbe Stunde unterwegs. (dpa)

Zur Startseite