Die amtierende Bürgermeisterin von Werder (Havel), Manuela Saß, von der CDU. Foto: Andreas Klaer
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Bürgermeisterwahl in Werder (Havel) Saß und Lorentz gehen in die Stichwahl

Anna Kristina Bückmann

Das Rennen ums Bürgermeisteramt in Werder (Havel) entscheidet sich erst am 26. Juni - zwischen CDU-Amtsinhaberin Manuela Saß und der parteilosen Kandidatin Anika Lorentz. 

Werder (Havel) - Die Entscheidung bleibt aus am Wahlsonntag: Die amtierende Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) und die unabhängige Kandidatin Anika Lorentz werden am 26. Juni in die Stichwahl um den Posten der Bürgermeisterin in Werder (Havel) gehen. Keiner der Kandidierenden um das Bürgermeisteramt holte die erforderlichen Stimmen ein. Derzeit-Bürgermeisterin Manuela Saß zeigte sich dennoch zufrieden. „Das Ergebnis zeigt: Es gibt keine Wechselstimmung bei den Werderanern“, sagte die 56-Jährige nach der Auszählung des vorläufigen Ergebnisses bei der Wahlparty der CDU im Colonial Café in Werder mit einem Blumenstrauß in der Hand. Jetzt ginge es darum, die Wählerinnen und Wähler zu mobilisieren. Anders sah das Kandidatin Anika Lorentz. „Wir sehen, dass sich Werder einen Wechsel wünscht“, so Lorentz. Die Urnen- und Briefwahl, bei der Lorentz 27,3 Prozent einfahren konnte, zeige dies deutlich. „Ich hätte mir gewünscht, dass die Wähler verstärkter zur Urne gehen“, sagte Lorentz. 

Anika Lorentz (parteilos) kam am Sonntag auf Platz zwei. Foto: Andreas Klaer Vergrößern
Anika Lorentz (parteilos) kam am Sonntag auf Platz zwei. © Andreas Klaer


4 416 Wahlberechtigte hatten der CDU-Politikerin Saß ihre Stimme gegeben. Sie erhielt damit 43,4 Prozent. Lorentz kam auf 27 Prozent der gültigen Stimmen, das waren 2 742 Stimmen. Es kommt zur Stichwahl, weil für die Wahl zum Bürgermeister beziehungsweise zur Bürgermeisterin mehr als die Hälfte der abgegebenen gültigen Stimmen nötig ist, sofern diese Mehrheit mindestens 15 Prozent der wahlberechtigten Personen umfasst. Das hatte keiner der Kandidaten geschafft. Nach dem vorläufigen Ergebnis gab es 10 169 gültige Stimmen – bei 22 516 Wahlberechtigten in der Blütenstadt. 45 Stimmen wurden als ungültig erklärt. Damit lag die Wahlbeteiligung bei nur 45,4 Prozent. 2014 waren es 53,8 Prozent gewesen. 
Insgesamt traten fünf Kandidierende um den Bürgermeisterposten an: Anja Spiegel von der SPD erhielt 1 619 Stimmen (15,9 Prozent), Linken-Kandidat Timo Ritter bekam 770 Stimmen (7,6 Prozent) und AfD-Mann Marlon Deter 622 Stimmen (6,1 Prozent). 


Werders ehemaliger Langzeit-Bürgermeister Werner Große (CDU) sagte zum Ergebnis: „Anscheinend haben wir es nicht geschafft, den Leuten zu erklären, dass sie mit der Bürgermeisterwahl ihr eigenes Umfeld mitgestalten können.“ Bei vier Gegenkandidaten sei es nicht überraschend gewesen, dass es zu einer Stichwahl um den Posten an der Verwaltungsspitze komme, so Große in Werder. 

Bei der Wahl 2014 war es eindeutiger 

Eindeutiger sah das Ergebnis bei der vergangenen Bürgermeisterwahl 2014 aus: Saß war damals im ersten Anlauf mit fast zwei Drittel der Stimmen (64,9 Prozent) gewählt worden. Sie löste Werner Große ab. Große, der seit 1990 Bürgermeister war, war 2014 nicht wieder zur Wahl angetreten. Damit regiert die CDU in Werder bereits seit mehr als drei Jahrzehnten. 
Werders Erster Beigeordnete Christian Große (CDU) beklagte die niedrige Wahlbeteiligung. Das Ergebnis sei „eine Runde Nummer für den heutigen Abend. Jetzt heißt es ranklotzen.“ 

Ärger über geringe Wahlbeteiligung 

Auch Saß sagte, gemeinsam werde man nun überlegen, wie es zu der niedrigen Wahlbeteiligung gekommen ist und wie man die Werderaner in zwei Wochen an die Urnen bekomme. „Mobilisiert Familien und Freunde“, sagte Saß nach der Auszählung im Keller des Colonial Cafés. Es könne nicht sein, dass Werder von „grünen Sozialromantikern“ regiert werde. Die Mitarbeitenden in der Verwaltung müssten „mit Verstand und Vernunft geführt werden“. Saß wurde von der FDP, den Freien Bürgern Werder und dem Bürgerbündnis Töplitz unterstützt. Der Bürgermeister wird für acht Jahre gewählt. 
Bei der vergangenen Bürgermeister-Wahl 2014 erhielt Peter Hinze von den Linken hinter Manuela Saß 17 Prozent. Ihm folgte mit 9,6 Prozent Joachim Hilburg von den Grünen. Steffen Königer von der AfD erhielt 8,4 Prozent. 

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