Foto (Symbolbild): Ralf Hirschberger/dpa
© Foto (Symbolbild): Ralf Hirschberger/dpa

Baumängel in Kita "Ameisenburg" Kleinmachnow soll nach Kita-Pfusch Geld bekommen

Zehn Jahre nach dem Bau der Kindertagesstätte bekommt Kleinmachnow nun vermutlich Geld für Schäden, die kurz nach Eröffnung entstanden sind. Alle Probleme sind damit aber noch nicht gelöst.

Kleinmachnow - Im Streit um Baumängel an der Kleinmachnower Kita "Ameisenburg" in der Promenadenstraße will sich die Kommune mit der von ihr beklagten Architektin auf einen Vergleich verständigen. Darauf einigten sich die Gemeindevertreter in einer kürzlich einberaumten Sondersitzung. Kleinmachnow würde danach 120 000 Euro Schadensersatz erhalten. Gefordert hatte sie knapp 420 000 Euro.

Die beklagte Architektin war im Jahr 1998 mit Architektur- und Ingenieurleistungen für den Bau der Kindertagesstätte beauftragt worden, seit 1999 ist die Kita in Betrieb. Nach einigen Jahren waren jedoch an den Wänden im Erdgeschoss Feuchtigkeitsschäden aufgetreten. Später erstellte Gutachten, die die Ursache dafür klären sollten, kamen zu dem Schluss, dass die Schäden auf Planungsfehler zurückzuführen seien, heißt es aus dem Rathaus. Auch waren offenbar Bauüberwachungspflichten verletzt worden.

Architektin weist Vorwürfe zurück

Für die Beseitigung der Schäden seien rund 420 000 Euro veranschlagt worden, die sich die Kommune seit 2009 versuchte, bei der Berliner Architektin einzuklagen. Diese wies die Verantwortlichkeit jedoch zurück. 2016 hatte das Landgericht Berlin der Gemeinde Kleinmachnow zwar in einem Teilurteil im Grundsatz Recht gegeben, allerdings hätte es zum Nachweis, dass die entstandenen Schäden tatsächlich der Architektin zuzuschreiben sind, noch eines Beweisverfahrens bedurft. Da die Beklagte gegen das Urteil des Landgerichtes in Berufung gegangen war und zudem angekündigt hatte, vor den Bundesgerichtshof zu ziehen, hätte sich das Verfahren voraussichtlich noch einige Jahre hingezogen. Zudem hätte die Beweispflicht bei der Gemeinde gelegen, hieß es. Das alles hatte dazu geführt, dass die Kommune dem im Januar vom Kammergericht Berlin vorgelegten Vergleichsvorschlag zustimmte.

Erhebliche Mängel an Brandschutzanlage

Die Probleme in der Kita "Ameisenburg", in der bis zu 110 Kinder im Alter von 0 bis sechs Jahren betreut werden, halten indes bis heute an. So weist die Lüftungs- und Brandschutzanlage weiter teils erhebliche Mängel auf, wie sowohl der Landkreis Potsdam-Mittelmark als auch die DEKRA bei turnusmäßigen Überprüfungen feststellten. Zwar beauftragte die Gemeinde Ende 2017 eine Lüftungs- und Fenstertechnik-Firma mit der Beseitigung der Mängel, doch konnte diese zunächst nicht tätig werden. Der Umfang der Arbeiten erwies sich als so groß, dass vorab ein Fachplaner ran musste. Der wiederum stellte fest, dass die Anlage "zu keinem Zeitpunkt in einem abnahmefähigen Zustand gewesen sei". 

Nach einer ersten Kostenschätzung hätte die Gemeinde für die erforderlichen Arbeiten an der Brandschutz- und Lüftungsanlage mit rund 3,6 Millionen Euro rechnen müssen, heißt es in einer den Kleinmachnower Gemeindevertretern vorgelegten Informationsvorlage. Weiter einbezogene Fachleute hätten der Gemeinde danach auch empfohlen, ein komplett neues Brandschutzkonzept zu erstellen. Erhofft werden sich dadurch alternative Lösungen, die einen geringeren Eingriff in die Bausubstanz erforderten. Als Sofortmaßnahme könnte zudem in der Kita eine Brandmeldeanlage eingebaut werden, die für eine erhöhte Sicherheit der Kita-Kinder sorgt. Dies ginge auch im laufenden Betrieb. Wie Kleinmachnows Gemeindesprecherin Martina Bellack auf PNN-Nachfrage mitteilte, werde das weitere Vorgehen derzeit intern geprüft.

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