Die A10 ist jetzt auf vier Fahrspuren pro Richtung ausgebaut. Foto: Andreas Klaer
© Andreas Klaer

A10 bei Michendorf ist fertig Das Ende der Staustelle

Autofahrer können vorerst aufatmen: Die A10 bei Michendorf ist fertig und soll am 8. Juli eingeweiht werden. Noch fehlen aber Schilder am 155-Millionen-Euro-Projekt.

Michendorf - Genau 50 Monate Bauzeit, rund 155 Millionen Euro Kosten und unzählige Minuten Stau: Die Erweiterung der Autobahn 10 zwischen den Dreiecken Nuthetal und Potsdam von sechs auf acht Fahrspuren ist abgeschlossen. Am 8. Juli um 14.30 Uhr soll die Fertigstellung in Michendorf mit einem kleinen Akt gefeiert werden, wie Brandenburgs Infrastrukturministerium und die Planungsgesellschaft Deges den PNN am Freitag bestätigten. Freigegeben sind alle Fahrspuren bereits seit dem 4. Juni.

Autobahn bleibt bei Feier befahrbar

Für den offiziellen Akt, zu dem unter anderem Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und Brandenburgs Infrastrukturminister Guido Beermann (CDU) nach Michendorf kommen, wird die Autobahn nicht noch einmal gesperrt, wie Deges-Sprecher Lutz Günther den PNN sagte: „Wir werden im Bereich der Rad- und Fußwegbrücke feiern“. Auch diese Brücke, die westlich der Michendorfer Autobahnraststätte über die A10 führt, wurde im Rahmen des Ausbaus neu errichtet.

Auf der neuen Fuß- und Radwegbrücke wird am 8. Juli gefeiert. Foto: Enrico Bellin Vergrößern
Auf der neuen Fuß- und Radwegbrücke wird am 8. Juli gefeiert. © Enrico Bellin


Für Autofahrer ist damit eine lange Zeit des Leidens vorerst beendet. Seit dem Start der Bauarbeiten auf dem 8,2 Kilometer langen Abschnitt am 5. April 2016 ist es besonders in den ersten Jahren immer wieder zu kilometerlangen Staus nach Unfällen in der Baustelle gekommen. Längere Wartezeiten gab es auch, wenn wegen der Bauarbeiten weniger als drei Spuren pro Richtung zur Verfügung standen. Wie berichtet wurde deshalb ein Jahr nach Baustart beschlossen, 4,5 Millionen Euro zusätzlich für einen beschleunigten Bauablauf bereitzustellen. 

[Abonnieren Sie kostenlos den neuen PNN-Newsletter "Potsdam Heute": Hier geht es zur Anmeldung.] 

8,8 Millionen Euro für größeren Parkplatz

Neben den zusätzlichen Fahrspuren gibt es jetzt auch deutlich mehr Parkplätze für Lastwagen und Autos, da die Raststätte Michendorf Süd ausgebaut wurde. Konnten dort zuvor nur 33 Autos, 16 Laster und zwei Busse stehen, gibt es jetzt Raum für 80 Autos, 160 Laster und zehn Busse oder Autos mit Anhänger. Allein für den Umbau der Raststätte wurden 8,8 Millionen Euro ausgegeben. 

Projektleiter Holger Behrmann. Foto: Enrico Bellin Vergrößern
Projektleiter Holger Behrmann. © Enrico Bellin


Trotz der langen Bauzeit wurde der Kostenrahmen eingehalten, wie Projektleiter Holger Behrmann von der Deges den PNN bereits Ende April sagte, als nur noch Restarbeiten anstanden. Auch Überraschungen wie Reste einer nicht in den Karten verzeichneten Tankanlage führten nicht zu Mehrkosten. Die Anlage stammte aus der Bauzeit der A10 um das Jahr 1936, die man zu DDR-Zeiten einfach überbaut hatte statt sie zu entsorgen.

Tempo 120 bis Jahresende

Noch bis Jahresende werden Autofahrer auf dem neuen Abschnitt nur mit 120 Stundenkilometern unterwegs sein können, da wie berichtet noch die Einrichtungen zur Verkehrslenkung fehlen. Gemeint sind damit die digitalen Anzeigetafeln über den Fahrbahnen. Wie Deges-Sprecher Lutz Günther den PNN bestätigte, sollen diese bis Jahresende stehen. Die Installation hatte sich verzögert, da Bund und Land ein neues Format für die Anzeigen vorsehen und die Beschaffung entsprechender Tafeln erst ausgeschrieben werden muss. Die Fundamente für die Anlage sind bereits gesetzt, während des Aufbaus der Anlagen wird es aber wohl noch einmal zu kurzzeitigen Einschränkungen für Autofahrer kommen. Dafür kann die Geschwindigkeitsbeschränkung anschließend aufgehoben werden, wenn nur wenige Autos unterwegs sind.

Flüsterasphalt hält nur zehn Jahre

Schon in wenigen Jahren ist allerdings wieder mit Bauarbeiten auf dem Abschnitt zu rechnen: Wie berichtet wurde im Bereich zwischen der Eisenbahnbrücke bei Michendorf und dem Dreieck Nuthetal, in dem Siedlungen nahe an der Autobahn liegen, Flüsterasphalt eingebaut. Durch dessen Struktur soll der Lärm für die Anwohner minimiert werden, der von Anwohnern gewünschte Bau von Solarlärmschutzwänden war zuvor gescheitert. Doch hält dieser Asphalt nur etwa zehn Jahre, während andere Mischungen 25 Jahre überdauern können. Da streckenweise schon seit zwei Jahren über den neuen Asphalt gefahren wird, könnten 2028 wieder die Bagger anrücken. 

Zur Startseite