Die weißen "Geisterräder" erinnern an zu Tode gekommene Fahradfahrer:innen. Foto: Andreas Klaer
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Kommentar zur Fahrradsicherheit in Potsdam Gefahrenzone

Wieder ist ein Radfahrer auf Potsdams Straßen zu Tode gekommen. Unfälle mit Autos können nur mit baulich getrennten Radwegen effektiv verhindert werden.

Wieder ist ein Fahrradfahrer in Potsdam überfahren und tödlich verletzt worden. Es ist schon das zweite Todesopfer in diesem Jahr. Der genaue Hergang muss erst noch aufgeklärt werden. Unabhängig von den Ergebnissen in diesem konkreten Fall ist aber klar, dass es bei der Sicherheit für Fahrradfahrende auf Potsdams Straßen viel Spielraum nach oben gibt. Oder würden Sie hier ein zehnjähriges Kind ohne Bedenken allein auf dem Rad durch die Stadt schicken? Wer regelmäßig in Potsdam radelt, kennt eine ganze Reihe von gefährlichen Ecken. Auch Vorsicht und Rücksicht können die nicht restlos entschärfen.

PNN-Redakteurin Jana Haase. Foto: Sebastian Gabsch Vergrößern
PNN-Redakteurin Jana Haase. © Sebastian Gabsch

Wiederholt kam es in den vergangenen Monaten zu sogenannten „Abbiegeunfällen“, bei denen Radfahrende von abbiegenden Autofahrer:innen angefahren und verletzt wurden. Auch die unachtsam geöffnete Autotür ist ein Klassiker. Effektiv verhindert werden können solche Unfälle nur durch eine klare bauliche Trennung von Fahrrad- und Autoverkehr – mindestens mit Pollern statt Markierungen, separaten Ampelphasen an Kreuzungen, idealerweise mit eigenen Radwegen. Da gibt es noch einiges zu tun in Potsdam. Aber auch viel zu gewinnen: Ein sicheres Radwegenetz ist das wirksamste Argument für den Umstieg aufs Fahrrad.

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