Der Sportplatz der Sportgemeinschaft Grün-Weiß Golm e.V. - in Potsdam fehlen zahlreiche Anlagen. Foto: Andreas Klaer
© Andreas Klaer

Kommentar | Sportplatz-Mangel in Potsdam Laut werden

Das Recht auf Sportplätze ist leider nicht einklagbar – aber es ist einforderbar. Die Sportvereine der Stadt sollten das Problem lauter artikulieren.

Potsdam benötigt seit Jahren dringend zehn Sportplätze, dennoch scheint es nicht möglich zu sein, diese in angemessenen Zeiträumen zu realisieren. Es ist erstaunlich, dass selbst eine Fläche wie die Kulturbodendeponie an der Wetzlarer Bahn Widerstand auf den Plan ruft: Eine private Kompostieranlage ist in Ordnung, aber ein Sportplatz ein Problem? 

Eine wesentliche Schwierigkeit ist die mangelnde Lobby: Obwohl allen klar ist, dass es seit Jahren an zehn Sportplätzen in Potsdam mangelt, scheint niemand wahrhaben zu wollen, dass diese Plätze nun mal irgendwo entstehen müssen, und zwar nicht am Stadtrand, sondern dort, wo Kinder und Jugendliche ohne große Umwege hingelangen können – also in der Nähe von Wohngebieten. Gerade die Sportplätze am Schulcampus Waldstadt, die durch Klage-Drohungen gescheitert sind, wären für die künftigen Schüler:innen und den Stadtteil ein echter Mehrwert gewesen. 

Leider ist das Recht auf Sportplätze nicht einklagbar – aber es ist einforderbar: Die Sportvereine der Stadt, die zum Teil gar keine neuen Mitglieder mehr aufnehmen können, sollten das Problem lauter artikulieren, damit auch bei Anwohner:innen ein Bewusstsein dafür entsteht, dass Sportanlagen nicht nur außerhalb des eigenen Wohngebietes gebaut werden können.

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