Stadtverordnetenversammlung in der IHK Potsdam am 4. März 2020 Foto: Sebastian Rost
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Kommentar | Neuer Tagungsort IHK-Saal kann für Stadtverordneten nur Übergangslösung sein

Der neue Tagungsort der Stadtverordneten hat viele Vorteile. Doch wird man um einen neuen Bau nicht umhin kommen.

Natürlich war die Luft besser, als die Stadtverordneten am Mittwoch zum ersten Mal im Havelsaal der Industrie- und Handelskammer (IHK) getagt haben – anstelle des stickigen alten Plenarsaals im Rathaus.

Und auch ansonsten waren einige Neuerungen überzeugend – zum Beispiel die Idee, dass jene Anträge, über die debattiert wird, nun auch auf eine Leinwand projiziert werden. Allerdings gibt es auch Kinderkrankheiten – zum Beispiel ist der Unmut der CDU, nun je nach Sichtweise allzu weit rechts oder links und vor allem zu nahe bei der AfD zu sitzen, durchaus verständlich. Zudem sorgt die nun breiter angelegte Sitzordnung für ein grundsätzliches Problem im Internet-Livestream zur Sitzung: Die Kameraeinstellungen waren so ungünstig gewählt, dass Zuschauer mehrere Fraktionen und auch ihr Stimmverhalten nicht verfolgen konnten. Hier sollte man noch einmal nachbessern.

Und ganz grundsätzlich: Der neue Saal ist natürlich schick, allerdings zahlt das Rathaus für jede Sitzung auch Extra-Miete. Daher sollten die Stadtverordneten zusammen mit der Verwaltung weiter überlegen, wo und wie in den kommenden Jahren ein neuer dauerhafter Sitzungssaal für die Stadtpolitiker errichtet werden kann. Die IHK kann nur ein Übergangsstandort sein.

Henry Kramer, Redakteur der Potsdamer Neueste Nachrichten. Foto: Sebastian Gabsch Vergrößern
Henry Kramer, Redakteur der Potsdamer Neueste Nachrichten. © Sebastian Gabsch


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