Etwa 30 Akteure, Bauern und Produzenten schenkten in diesem Jahr in Werder (Havel) Obstwein ein. Foto: Andreas Klaer
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Kommentar | Baumblütenfest in Werder (Havel) Weg vom Gelage

Zu viele Betrunkene, zu viele Saufgelage: In der Vergangenheit hatte das Baumblütenfest ein Imageproblem. In diesem Jahr fiel das Fest gemütlicher aus - es besteht aber Verbesserungsbedarf.

Lange stand das Baumblütenfest in Werder (Havel) in der Kritik. Zu viele Betrunkene, das traditionelle Fest sei nur noch ein Saufgelage, hörte man von vielen Seiten. Und, mal ehrlich: Sonnenbrillen- und Sockenstände – wer kann darauf nicht verzichten? Klar war: Die Stadt musste in Sachen Baumblüten-Image etwas tun. Anwohner wurden befragt, eine Veranstaltungsgesellschaft gegründet. Die Pläne waren groß, für ein kleineres Baumblütenfest. Dann kam die Corona-Pandemie. Zwei Jahre fiel das Fest komplett aus. 

In diesem Jahr hieß es dann: Nicht ganz, aber auch nicht gar nichts. Zwar hatten die Veranstalter das Fest abgesagt. Die Höfe aber konnten öffnen. So rückten viele Tische und Bänke in den Obstplantagen zurecht. Die Bilanz vieler Betreiber: Es war nicht schlecht! Ein gemütlicheres Fest. Nicht das übliche „Saufgelage“. 

Eine gelungene Generalprobe also für künftige Baumblütezeiten? Nicht ganz: Viele Obstbauern hätten sich eine Ankündigung der Stadt gewünscht, um überhaupt mit Gästen rechnen zu können. Und bei Müll und Toiletten hätte man Unterstützung gebraucht. Ganz ohne Organisation geht es also nicht. Dass die Stadt das kann, könnte sie 2023 beweisen.

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