In einigen Jahren ist der Bahnhof Marquardt vielleicht mit der Tram erreichbar. Foto: Sebastian Gabsch
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Kommentar | Bahnring um Potsdam Größer denken

Potsdams Verkehrsprobleme lassen sich nicht durch das Herumdrehen an einzelnen Schrauben lösen - es braucht eine Vision. Ein Kommentar.

Das Projekt mag auf den ersten Blick größenwahnsinnig klingen: ein Bahnring um Potsdam. Dabei hakt es doch schon bei der Umsetzung der Krampnitz-Tram so gewaltig, dass böse Zungen bezweifeln, ob diese jemals fahren wird. So wird auch der Plan aus dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (Insek), durch die Kombination bestehender Bahnstrecken mit neuen Trassen einen Kreis aus Schienen rund um die Landeshauptstadt zu erschaffen, Kritiker auf den Plan rufen. 

Die Idee ist zweifellos ambitioniert. Ohne Hindernisse, Streit um bestimmte Grundstücke und Streckenverläufe und andere Schwierigkeiten bei Planung und Bau wird es sicher nicht gehen. Trotzdem ist das Projekt ebenso wichtig wie notwendig. Potsdams Verkehrsprobleme lassen sich nicht durch das Herumdrehen an einzelnen Schrauben lösen. Da braucht es eine Vision. 

Einen umfassenden Ansatz, der auch das Wachstum der Stadt in den kommenden Jahren und Jahrzehnten mitbedenkt. Auch die Verkehrswende ist ohne Gesamtkonzept, ohne großen Wurf nicht realisierbar. Damit die Idee eines Schienenrings Wirklichkeit werden kann, braucht es nun Durchhaltevermögen und politische Hartnäckigkeit – auch gegen Widerstände und trotz Hürden bei der Umsetzung.

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