Fontane-Büste vor dem Potsdamer Fontanearchiv. Foto: Andreas Klaer
© Andreas Klaer

Fontane-Komposition in Potsdam Melodramatisch

Der Potsdamer Komponist Gisbert Näther vertonte ein Fontane-Gedicht, das am 18. Mai im Potsdam Museum uraufgeführt wird.

Potsdam - Von Marly kommend und der Friedenskirche, / Hin am Bassin (es plätscherte kein Springstrahl), /Stieg ich treppan; die Sterne blinkten, blitzten / Und auf den Stufen-Aufbau der Terrasse / Warf Baum und Strauchwerk seine dünnen Schatten, / Durchsichtige, wie Schatten nur von Schatten.

So beginnt Fontanes Gedicht „Auf den Stufen von Sanssouci“, das fiktiv über eine Begegnung des Dichters mit König Friedrich II. erzählt. Beide parlieren über den Maler Adolf von Menzel und dessen 70. Geburtstag. Der Potsdamer Komponist Gisbert Näther hat nun aus diesem balladesken Gedicht von 1885 ein Melodram komponiert, das am heutigen Samstag um 17 Uhr innerhalb der traditionsreichen Reihe „Musikalisch-literarische Soiréen“ im Potsdam Museum zur Uraufführung gelangt. 

Eine achtminütige Komposition

Näther (Jahrgang1948) greift den ironisch gefärbten Ton des Gedichts auf, in dem er in pointierter Weise die Zeit Friedrichs mit musikalischen Zitaten zu Wort kommen lässt. So spielt er mit dem Fünf-Ton-Motiv, das Friedrich einst Bach mit auf den Weg gab und der daraus sein „Musikalisches Opfer“ komponierte. Auch die Melodie vom Potsdamer Glockenspiel „Üb immer Treu und Redlichkeit“ sei aus der Ferne zu hören, so Näther.

Die etwa achtminütige Komposition für Sprecher, Flöte, Horn und Harfe schrieb Näther speziell für die heutige Veranstaltung. Sie widmet sich unter dem Titel „Die Alten und die Jungen“ dem 200. Geburtstag Fontanes. Klaus Büstrin wird aus dessen Werk lesen, Birgitta Winkler spielt Flöte, Gisbert Näther Horn und Nathalie Amstutz die Harfe. „Diese Besetzung ist sehr schön, vor allem auch der zarte Klang der Harfe, mit dem das Werk ausklingt. Das letzte Wort hat aber Fontane“, so Näther.

Näther beschäftigt sich viel mit Fontane

Schon vor Jahren hat sich der Potsdamer Musiker mit Fontane beschäftigt und Gedichte von ihm vertont. Keine in Reimform: „Die lassen zu wenig Raum für moderne Elemente“. Sehr geeignet seien hingegen Fontanes Toast-Sprüche, die Näther für die Potsdamer Orchesterwoche im Juni vertonen wird. „Das sind witzige kurze Texte.“

Beim Konzert am 18. Mai im Potsdam Museum sind neben der Uraufführung von Gisbert Näther auch Werke von Cesar Bresgen, Friedrich Kuhlau und Jacques Ibert zu hören. Der Eintritt kostet 15 Euro. 

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