Filmstill aus Melanie Waeldes Langfilmdebüt "Nackte Tiere".  Foto: ZOOM MEDIENFABRIK GmbH
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Debüt von Potsdamer Filmemacherin Melanie Waelde auf der Berlinale 2020

Ihr Abitur absolvierte Melanie Waelde am Babelsberger Filmgymnasium, jetzt ist die Wahlpotsdamerin mit ihrem Langfilmdebüt auf der diesjährigen Berlinale zu sehen. 

Potsdam - Im Jahr 2013 war Melanie Waelde mit einem Kurzfilm für den Deutschen Nachwuchsfilmpreis nominiert, im Februar ist nun mit ihrem Langfilmdebüt "Nackte Tiere" auf der 70. Ausgabe des Berlinale-Filmfestivals zu sehen. Damals hatte die heute 27-jährige Potsdamerin gerade ihr „Drehbuch“-Studium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin begonnen, zuvor hatte sie am Babelsberger Filmgymnasium ihr Abitur absolviert. 

Ihr Langfilmdebüt als Regisseurin und Autorin feiert nun bei der Berlinale in der ganz neuen Sektion "Encounters" seine Weltpremiere. Noch in diesem Jahr soll "Nackte Tiere" außerdem in die Kinos kommen, wie die Marketingagentur Zoom Medienfabrik GmbH mitteilte.

Der Film erzählt von fünf Jugendlichen, die an einem Ort im Nirgendwo aufwachsen. Dort, wo Auto und Führerschein Freiheit bedeuten. Fünf Jugendliche, die entscheiden müssen, ob sie gehen oder bleiben. Noch ein letzter gemeinsamer Winter bis zum Schulabschluss. Katja, Sascha, Benni, Laila und Schöller. Sie rennen ineinander hinein, voreinander weg. Sie küssen sich, sie schlagen sich. Sie lieben sich. Sie kreisen umeinander in einem Wechselspiel aus Abgrenzung, Gewalt, Liebe und Einsamkeit. Nähe und Schmerz sind eins.

Melanie Waelde 2013 im Babelsberger Thalia-Kino. Foto: Manfred Thomas Vergrößern
Melanie Waelde 2013 im Babelsberger Thalia-Kino. © Manfred Thomas

Der Film erzählt vom Übergang zum Erwachsenensein

"Nackte Tiere ist ein Film, der wie ein Gefühl funktioniert, eine Erinnerung und eine Zukunftsvision", sagt Waelde selbst über ihren Film, wie einer Mitteilung der Zoom Medienfabrik zu entnehmen ist. "Ein Film, der dort ist, wo es weh tut. Dort, wo das Herz schlägt. Dort, wo wir uns verwundbar machen und gleichzeitig versuchen, es keinesfalls zu sein“. Der Film erzähle an einem spezifischen Ort den metaphorischen Raum des Übergangs von Jugend und Erwachsensein und setze sich mit Gewalt, Abgrenzung und Einsamkeit auseinander. "Und mit Schmerz, der unvermeidbar ist, so gut es uns auch gehen mag." 

Schon im Jahr 2013 bezeichnete Waelde das Schreiben als einen sehr persönlichen Prozess, der vor allem von ihrem Gefühl gesteuert wird. Ursprünglich war ihr Ziel, Regie zu studieren. Nach einem Gastsemester an der Potsdamer Filmuniversität hat sich das aber geändert. „Ich habe festgestellt, dass mir die Geschichten wichtig sind“, sagte sie vor gut fünf Jahren. „Und deshalb will ich sie auch selber schreiben.“ Besonders von nordischen Kinderfilmen war sie begeistert, weil die so nah an der kindlichen Welt bleiben würden. Ob Waelde es schafft, in ihrem Debüt die Welt der Jugendlichen glaubhaft darzustellen, wird sich zeigen. 



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