Der RE1 ist bald mit bis zu acht Wagen unterwegs. Foto: Enrico Bellin
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Brandenburgs wichtigste Regionalzugverbindung 800 Sitzplätze im RE 1 ab 2022

Der Verkehrsverbund zieht die Option für den Einsatz deutlich längerer Züge – die jedoch nicht überall halten.

Potsdam - Auf Brandenburgs wichtigster Regionalzugverbindung werden ab dem Jahr 2022 erstmals Züge mit jeweils 800 Sitzplätzen fahren. Eine entsprechende Option mit dem künftigen Betreiber der Regionalexpresslinie 1, der Odeg, werde gezogen, wie der Verkehrsverbund Berlin Brandenburg (VBB) am Donnerstag den PNN bestätigte. „Zwischen Brandenburg/Havel und Frankfurt (Oder) werden die Expresszüge zur Hauptverkehrszeit mit acht Wagen verkehren“, so VBB-Sprecherin Elke Krokowski. Bisher war unklar, ob auf einigen Fahrten des RE1 die langen Züge eingesetzt werden oder Züge mit sechs Wagen, die 637 Sitzplätze bieten. Zum Vergleich: Derzeit bieten die eingesetzten fünf Doppelstockwagen der Deutschen Bahn 600 Sitzplätze.

Die Odeg übernimmt ab 2022 den Betrieb des RE 1 von der Deutschen Bahn. Zwischen 6.30 Uhr und 9.30 Uhr sowie von 14.30 Uhr bis 19.30 Uhr sollen dann drei statt derzeit zwei Züge pro Stunde fahren. Der dritte Zug ist der lange Expresszug, der auf seinem Weg an allen Berliner Bahnhöfen sowie in Werder (Havel), Potsdam Hauptbahnhof, Erkner und Fürstenwalde/Spree halten soll. Auf den kleineren Bahnhöfen sind die Bahnsteige zu kurz für die 210 Meter langen Züge, weshalb dort nur Züge mit sechs Wagen halten können. Trotzdem wird es durch das neue Angebot in der Hauptverkehrszeit nun pro Stunde 874 zusätzliche Sitzplätze im RE1 geben, wofür jedoch kleinere Züge anderer Linien zwischen Potsdam und Berlin entfallen.

Kostenfreies W-Lan, mehr Stellplätze für Fahrräder

Die Entscheidung zum Einsatz der langen Züge, für die zwei vierteilige Triebzüge zusammengekoppelt werden, musste bis Ende des Jahres getroffen werden, damit die Odeg die Bahnen beim Hersteller Siemens bestellen kann. Die Züge sollen über kostenfreies W-Lan und mehr Stellplätze für Fahrräder verfügen. Außen am Zug sowie im Internet soll zudem angezeigt werden, wie voll die Waggons sind, damit Fahrgäste gleich in die leereren Wagen einsteigen können.

Im Vertrag des VBB mit der Odeg gibt es noch die Option, ab dem Jahr 2025 weitere lange Fahrzeuge einzusetzen. Dafür müssen bis dahin die Bahnsteige kleinerer Stationen verlängert werden, was mit großem Aufwand verbunden ist, da dafür Weichen und auch Bahnübergänge verlegt werden müssten. Alternativ wird laut VBB auch noch geprüft, ob es technisch möglich ist, bestimmte Türen der langen Züge an den Stationen mit kurzen Bahnsteigen geschlossen zu lassen. Dafür sind umfangreiche Genehmigungsverfahren beim Eisenbahnbundesamt nötig. Bis Ende 2022 muss die Entscheidung gefallen sein, damit die zusätzlichen Acht-Wagen-Züge Ende 2025 fahren können.

Für sieben Bahnsteige zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) sind bereits die Züge mit sechs Wagen zu lang. Wie der VBB am Donnerstag mitteilte, sei die Verlängerung bereits seit 2017 im Infrastrukturprojekt i2030 verankert. Die Deutsche Bahn als Infrastrukturbesitzer ist für den Ausbau zuständig. „Wir sind uns sicher, dass sie ihrer Verantwortung gerecht wird“, so VBB-Geschäftsführerin Susanne Henckel. Auch die Deutsche Bahn ist optimistisch: „Aus heutiger Sicht können alle notwendigen Bahnsteigverlängerungen verwirklicht werden“, heißt es in einer Pressemitteilung.

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