Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne). Foto: dpa
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Wie Ministerin Nonnemacher Energie spart „Vollbad bei uns aus der Mode gekommen“

Monika Wendel

In Europa bahnt sich eine Energiekrise an. Brandenburgs grüne Ministerin Nonnemacher schildert, wie sie auch privat auf die Folgen des Ukraine-Krieges reagiert.

Potsdam - Brandenburgs Gesundheits- und Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher will angesichts der sich anbahnenden Energiekrise im Privatleben noch sparsamer mit Energie umgehen. „Mit dem Überfall von Russland auf die Ukraine haben wir sofort noch mal die Heizung runtergestellt und die Warmwasser-Temperaturen abgesenkt“, sagte die Grünen-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur in Potsdam. „Vollbäder sind bei uns komplett aus der Mode gekommen.“ Sie dusche auch kurz - „aber nicht, weil wir es uns nicht leisten können, sondern weil wir als Grüne dort einen klaren Auftrag sehen, dass sich jeder nach Kräften am Energiesparen beteiligt.“

Sie und ihr Mann hätten ihr Wohnhaus nachträglich rundum dämmen lassen - „auch mit einem extrem starken Benefit, was die Energiekosten angeht“, schilderte die Ministerin. „Wir haben ein altes Haus, da zog es wie Hechtsuppe durch alle möglichen Ritzen und Ecken.“ Beim Umgang mit Energie erwartet die Ministerin auch eine Vorbildfunktion der Regierung. Die Landesverwaltung solle mit gutem Beispiel vorangehen, sagte sie. Ministerien und Behörden wollten sich „auf mögliche Notfallszenarien“ vorbereiten und darüber beraten, hatte es vor Tagen bereits aus der Staatskanzlei geheißen.

Gewohnheiten in Sachen Heizen hinterfragen

Die Ministerin hält es angesichts des Klimawandels für richtig, dass Menschen manche Gewohnheit etwa in Sachen Heizen hinterfragen sollten. „Es ist zumutbar, eine Wohnung zu haben, wo man nicht im Dezember im T-Shirt rumläuft. Ältere Mitbürger haben da auch andere Realitäten kennengelernt“, meinte sie. „Es gehöre dazu, Standards zu hinterfragen - „aber immer mit sozialem Augenmaß“.

Die Klimakrise sei für die Bevölkerung nicht mehr abstrakt, sondern tagtäglich zu spüren. Nonnemacher nannte die Waldbrände, Dürre und 40 Grad Hitze im Juli. „Ich würde sagen, der Klimawandel ist noch bedrohlicher als eine Kriegslage in Europa.“

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Sie blicke wegen der Gaskrise und steigender Preise mit Sorge auf die bevorstehenden Monate. „Das wird eine ganz, ganz schwierige Gemengelage im Herbst“, sagte Nonnemacher, die auch Ministerin für Soziales ist. Weitere Entlastungspakete der Bundesregierung für die Bürger sollten sich klar an sozialen Kriterien orientieren. 

„Der Staat muss zielgerichtet kompensieren, bei denen, die es am stärkten trifft“, sagte sie. „Wir brauchen keine Entlastung mit der Gießkanne, wie sie zum Beispiel der Tankrabatt darstellt. Wenn ich sehe, dass wir mit Steuergeldern die SUV-Füllung des Drittwagens subventionieren, bin ich schon angefasst.“ (dpa)

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