Dicht an dicht reihen sich Lastwagen auf der Autobahn A12 vor dem deutsch-polnischen Grenzübergang.  Foto: Patrick Pleul/dpa
© Patrick Pleul/dpa

Vatertag in Brandenburg Viele Ausflügler, wenig Polizeieinsätze und lange Staus

Oliver von Riegen

Die Brandenburger Polizei spricht in einer ersten Bilanz trotz des Umherziehens zahlreicher Gruppen von einem "ruhigen Himmelfahrtstag". Aber auf den Autobahnen Richtung Polen wurde es ungemütlich. 

Potsdam/Spremberg/Frankfurt (Oder)/Görlitz - Die Brandenburger haben sich den Vatertag nicht von der Coronakrise verderben lassen. Sie feierten am Donnerstag (21.05.2020) und zogen teils in Gruppen umher, nahmen aber nach Einschätzung der Polizei - abgesehen von wenigen Ausnahmen - Rücksicht auf die geltenden Auflagen. „Es ist ein ganz normaler, bisher noch ruhiger Himmelfahrtstag“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums. Bei trockenem Frühlingswetter und angenehmen Temperaturen zog es viele Brandenburger ins Freie.

[Abonnieren Sie kostenlos den neuen PNN-Newsletter "Potsdam Heute": Hier geht es zur Anmeldung.]

Bis zum Nachmittag rückten die Beamten zu rund 500 Einsätzen landesweit aus. Das entspreche etwa der Zahl der vergangenen Jahre, sagte der Sprecher. Die Polizei zählte tagsüber zunächst 16 Ansammlungen, bei denen Vatertagsgruppen den gebotenen Abstand zum Schutz vor dem Coronavirus nicht einhielten. In Brandenburg dürfen sich Menschen aus zwei Haushalten oder Familien treffen, wenn sie untereinander mindestens 1,50 Meter Abstand halten.

Viel los im Potsdamer Volkspark

Der Potsdamer Volkspark war gut besucht - vor allem auf Spielplätzen und nahen Cafés war es voll. Viele Besucher machten ein Picknick im Grünen und genossen den Feiertag. An der Talsperre Spremberg in der Lausitz herrschte Hochbetrieb. Familien waren mit Fahrrädern unterwegs oder mieteten sich Kanus für eine Tour auf dem See. Die Imbisse und Gaststätten waren nach Reporterangaben voll. Die Campingbetreiber in Brandenburg erwarteten viele Gäste, manche Plätze waren vorher bereits ausgebucht. Das Campen mit der Nutzung von Gemeinschaftstoiletten und Duschräumen ist in Brandenburg allerdings erst ab dem 25. Mai erlaubt.

[Wenn Sie alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Krise live auf Ihr Handy haben wollen, empfehlen wir Ihnen unsere runderneuerte App, die Sie hier für Apple-Geräte herunterladen können und hier für Android-Geräte.]

Indes haben der Rückreiseverkehr und Kontrollen auf polnischer Seite am Vatertag an der Grenze von Deutschland nach Polen zu Riesen-Staus geführt. „Die A 12 ist komplett voll“, sagte ein Polizeisprecher. Der Verkehr staute sich in Brandenburg nach seinen Angaben am Nachmittag auf 55 Kilometern Länge - von der Grenze bei Frankfurt (Oder) bis zum Autobahndreieck Spreeau. Die Autobahn 10 - der Berliner Ring - sei aber nicht betroffen.

[Alle aktuellen Entwicklungen in Folge der Coronavirus-Pandemie in Potsdam und Brandenburg finden Sie hier in unserem Newsblog.]


Autofahrer mussten viel Zeit einplanen und laut Polizei auf der A 12 etwa zweieinhalb Stunden warten, Lkw-Fahrer sogar etwa drei Stunden, bis sie die Grenze passieren konnten. 
Eine Rückreisewelle polnischer Arbeitnehmer führte auch auf der Autobahn 4 von Dresden nach Görlitz zu Autoschlangen - zeitweilig hatten sie eine Länge von 50 Kilometern. Viele Polen wollen Christi Himmelfahrt als wichtigen Tag der Kirche sowie das verlängerte Wochenende in der Heimat verbringen. Nach Angaben der Polizei waren im Stau Autos mit Kennzeichen aus allen Landesteilen Polens zu sehen. Da die Grenzabfertigung einige Minuten in Anspruch nimmt, wuchs die Warteschlange schnell. dpa

+++ Wieder etwas mehr Coronaneuinfektionen in Brandenburg +++

In Brandenburg ist die Zahl der offiziell bestätigten Coronainfektionen wieder etwas stärker gestiegen. Das Gesundheitsministerium zählte am Donnerstag (21.05.2020) um 8.00 Uhr insgesamt 3224 bestätigte Fälle, das seien 13 mehr als am Vortag. In den vergangenen beiden Tagen waren nur jeweils drei Covid-19-Fälle neu hinzugekommen. Die Zahl der Erkrankten liegt weiter bei rund 180, während etwa 2880 Patienten als genesen gelten, das sind 10 mehr als am Vortag. Bisher starben 167 Corona-Patienten, das ist ein Todesfall mehr als am Mittwoch. Der Hotspot ist weiter Potsdam mit 631 Fällen, in der Prignitz sind es nur 25. dpa

Zur Startseite