Distanzlernen soll in Brandenburg auch nach den Sommerferien vermieden werden. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
© Rolf Vennenbernd/dpa

Schulen in Brandenburg Präsenzunterricht auch nach den Ferien

Brandenburgs Schulen und Hochschulen kehren weiter zu mehr Normalität zurück. Impfungen für Schüler ab zwölf Jahren sind theoretisch ab Montag möglich, aber nicht in den Impfzentren.

Potsdam - Brandenburgs Schüler sollen auch nach den Sommerferien weiter im Präsenzunterricht lernen. Wenn die Inzidenz niedrig bleibt, will das Land im neuen Schuljahr, das am 9. August beginnt, am Regelunterricht festhalten, wie Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) am Donnerstag mitteilte. Die Grundschulen sind, sofern die Sieben-Tage-Inzidenz drei Tage in Folge unter 50 lag, seit Anfang dieser Woche wieder im Präsenzunterricht. Die weiterführenden Schulen folgen am kommenden Montag. 
Die Schüler hätten mit eigenverantwortlichem Lernen in den vergangenen Monaten Enormes geleistet, betonte Ernst. „Jetzt werden die verbleibenden Wochen vor den Sommerferien insbesondere für den sozialen Zusammenhalt der gesamten Klassengemeinschaft genutzt“, sagte die Ministerin. 

Die Testpflicht wird beibehalten 

Um Sicherheit in den Schulen zu gewährleisten, bleibe die Testpflicht auch nach den Ferien in Kraft. Schüler und Schulpersonal müssen zwei Mal wöchentlich einen negativen Corona-Test vorlegen. Für vollständig Geimpfte und Genese entfällt die Testpflicht. Aus dem Rettungsschirm des Landes werden ausreichend Testkits für verpflichtende Tests an den Schulen beschafft, so Ernst. Alle Lehrkräfte sowie das gesamte Personal an Schulen haben laut Ministerium ein Impfangebot bekommen.

Impfungen für Kinder nur nach Aufklärungsgespräch 

Impfungen für Schüler sind zumindest theoretisch bald möglich, denn ab Montag hebt das Land Brandenburg gemäß Bundesvorgabe die Impfpriorisierung auf, wie das Innenministerium am Donnerstag mitteilte. Das bedeute, dass es keine Priorisierungsgruppen wie bisher mehr gebe. Gleichzeitig können ab dem 7. Juni neben Betriebsärzten auch niedergelassene Privatärzte impfen. Freie Termine ab dem 7. Juni könnten bereits jetzt über die Hotline 116 117 oder über das Internet-Portal www.impfterminservice.de gebucht werden. Terminbuchungen bei niedergelassenen Ärzten erfolgen direkt über die Praxen. 
Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 16 Jahren sind nach einem Beschluss der Konferenz der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ebenfalls grundsätzlich impfberechtigt. Allerdings hat die Ständige Impfkommission bislang noch keine Empfehlung für das Impfen von Kindern und Jugendlichen ausgesprochen. Termine in den Impfzentren seien daher für Kinder unter 16 Jahren noch nicht buchbar, so das Innenministerium in Potsdam. Niedergelassenen Ärzten stehe es allerdings frei, Kinder und Jugendliche von zwölf bis unter 16 Jahren nach den notwendigen Aufklärungsgesprächen und der Zustimmung der Erziehungsberechtigten zu impfen. „Die Entscheidung trifft am Ende immer der impfende Arzt“, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums. 

Mehr Präsenzveranstaltungen im Wintersemester 

Zum kommenden Wintersemester kehren auch die Hochschulen in Brandenburg wieder zu mehr Normalität zurück. Mehr als die Hälfte der Lehrveranstaltungen soll in Präsenz stattfinden, wie das Wissenschaftsministerium am Donnerstag mitteilte. Hochschulen, Studierendenvertretungen und Studentenwerke hätten sich mit dem Ministerium auf die Öffnungsschritte in den kommenden Wochen und Monaten verständigt. „Die Präsenzlehre soll künftig wieder der Regelfall sein“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. 

[Was ist los in Potsdam und Brandenburg? Die Potsdamer Neuesten Nachrichten informieren Sie direkt aus der Landeshauptstadt. Mit dem neuen Newsletter Potsdam HEUTE sind Sie besonders nah dran. Hier geht's zur kostenlosen Bestellung.]

Die Inzidenz sinkt weiter leicht 

Die Zahl der neuen Corona-Infektionen bewegt sich in Brandenburg weiter auf niedrigem Niveau. Die Inzidenz je 100 000 Einwohner binnen einer Woche sank landesweit leicht von 20,5 auf 19,1, wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte. Nach 103 neuen Corona-Fällen am Mittwoch wurden am Donnerstag 81 gemeldet. 

Zur Startseite