Nach den coronabedingten Unterrichtsausfällen muss einiges aufgeholt werden.  Foto: Julian Stratenschulte/dpa
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Schule nach Sommerferien Lernstände ermitteln und zusätzlich fördern

Klaus Peters

Die wochenlangen Schulschließungen wegen der Coronakrise haben aus Sicht des Brandenburger Bildungsministeriums zu Bildungslücken bei Schülern geführt. Ob künftig Unterricht an Samstagen oder in Ferien durchgeführt werden soll, muss noch ermittelt werden 

Potsdam - Mit der Wiederaufnahme des Schulbetriebs nach den Sommerferien sollen die Schüler in den Brandenburger Schulen zusätzlich gefördert werden. „Dazu sollen die Schulen in der letzten Ferienwoche eine Dokumentation der vermittelten Inhalte erstellen und in der ersten Schulwoche das Wissen der Schüler in den Kernfächern ermittelt werden“, kündigte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) am Donnerstag (18.06.2020) im Landtag an. Anschließend solle an den Schulen ein Konzept für die dann notwendige individuelle Förderung der Schüler erstellt werden.

Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD).  Foto: Christophe Gateau/dpa Vergrößern
Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD).  © Christophe Gateau/dpa

Die AfD-Fraktion hatte die Aktuelle Stunde unter dem Titel „Brandenburg vor dem Bildungsnotstand?“ beantragt. Ernst beantwortete die Frage gleich zu Beginn ihrer Rede: „Die Antwort lautet Nein!“

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Ministerin sieht zusätzlichen Unterricht selbst kritisch

Erst nach den Ergebnissen der Untersuchungen werde darüber entschieden, ob es auch an Samstagen oder in den Herbstferien Förderunterricht geben müsse, hatte Ernst bereits in der Bildungsdebatte am Mittwoch erklärt. Sie hatte aber zu erkennen gegeben, dass sie ein Unterrichtsangebot am Wochenende wegen der Beeinträchtigung für das Familienleben grundsätzlich kritisch sieht.

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Dennis Hohloch, Parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Fraktion in Brandenburg.  Foto: Bernd Settnik/dpa Vergrößern
Dennis Hohloch, Parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Fraktion in Brandenburg.  © Bernd Settnik/dpa

Der AfD-Bildungsexperte Dennis Hohloch hatte der Ministerin in der Debatte vorgeworfen, die Landesregierung habe mit ihren „Fehlentscheidungen“ die Zukunftschancen der Kinder und Jugendlichen nachhaltig beschädigt. „Was planen Sie, dass diese Schüler nicht endgültig abgehängt werden?“, fragte er. Aus Sicht der AfD sei Förderunterricht an den Samstagen unbedingt notwendig, um den versäumten Stoff nachzuholen.

Warnung vor zu hohen Belastungen für Schüler

Widerspruch kam dazu auch von anderen Fraktionen. Die Fraktionsvorsitzende der Linksfraktion, Kathrin Dannenberg, warnte davor, die Schüler zu sehr zu belasten. „Samstags- und Ferienunterricht wird es mit uns nicht geben“, betonte die Oppositionspolitikerin. „Wir brauchen keinen zusätzlichen Unterricht in den Ferien und am Wochenende, sondern individuelle Förderung“, erklärte auch Grünen-Fraktionschefin Petra Budke.

Der CDU-Bildungsexperte Gordon Hoffmann wiederum verwies darauf, dass die Ministerin erst nach der Lernstandsanalyse darüber entscheiden könne, ob es zusätzlichen Unterricht an Samstagen oder in den Herbstferien geben müsse. „Dazu muss das Ministerium im von ihm selbst auferlegten Zeitrahmen Antworten liefern und wird dies auch tun“, sagte Hoffmann. dpa

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