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Qualitätskontrolle Brandenburg plant Kita-Check

In Brandenburg soll es zukünftig landesweiten Qualitätsstandards für Kitas geben.  Dafür soll nach das Kita-Gesetz nach der Wahl überarbeitet werden.

Potsdam/Kremmen – Brandenburg will die Qualität in den Kitas verbessern. Dafür bereitet das Bildungsministerium ein Qualitätsmanagementsystem mit dem Titel „Kita-Check Brandenburg“ vor, wie Ministerin Britta Ernst (SPD) am Donnerstag in Kremmen (Oberhavel) bekannt gab. Grundlage des Vorgehens ist der Bericht der Landesregierung zur „Analyse der Qualitätsmanagementsysteme frühkindlicher Bildung in Brandenburg“, den der Landtag beauftragt hat. Dieser Bericht und die daraus abzuleitenden Handlungsmaßnahmen seien die Grundlage für die weitere Diskussion mit allen Akteuren.

Brandenburgs Bildungsminiserin Britta Ernst (SPD). Foto: Ralf Hirschberger/dpa Vergrößern
Brandenburgs Bildungsminiserin Britta Ernst (SPD). © Ralf Hirschberger/dpa

„Die Einführung eines Kita-Checks zur Überprüfung der Qualität in den Kindertagesstätten ist ein großer und wichtiger Schritt für das Land Brandenburg“, sagte Ministerin Ernst. Die Eltern erwarteten zu Recht, dass ihre Kinder nach neuesten Erkenntnissen betreut und gut auf die Schulzeit vorbereitet werden. Hierbei werde es insbesondere darum gehen, die Zuständigkeiten auf den unterschiedlichen Verantwortungsebenen zu schärfen, Aufgaben eindeutig zu definieren und Unterstützungsmaßnahmen zu identifizieren, so das Ministerium. Der Prozess der Konzeptentwicklung für den Kita-Check könne nach Feinabstimmung mit den Akteuren bis Ende des Jahres abgeschlossen werden. Die Umsetzung des Kita-Checks soll ab dem Jahr 2020 erfolgen. Im ersten Schritt sollen bis zu 150 Kitas beteiligt werden.

Mit dem Untersuchungsbericht war das Potsdamer Institut für angewandte Familien-, Kindheits- und Jugendforschung (IFK) an der Universität Potsdam mit Sitz in Oberkrämer bei Kremmen beauftragt worden. IFK-Direktor Dietmar Sturzbecher erklärte am Donnerstag: „Unser gemeinsames Ziel ist die Herstellung gleichwertiger entwicklungsförderlicher Lebensverhältnisse für alle Kinder in Brandenburg.“ Dazu würden Standards benötigt, die zeigen, welche Qualität erreicht werden soll und wer die Verantwortung für die Qualitätsentwicklung trägt. Der IFK-Bericht im Auftrag der Landesregierung hatte unter anderem festgestellt, dass die meisten Jugendämter in Brandenburg ihren Verantwortungsbereich bezüglich der Feststellung und Entwicklung der Kita-Qualität in der Beratung und Begleitung der Träger sehen. Nur eine geringe Zahl von Jugendämtern übernehme gegenwärtig eine aktiv steuernde Rolle bei der Entwicklung der frühkindlichen Bildungs- und Betreuungsqualität.

Darüber hinaus gilt es laut Ministerin Ernst, in der neuen Legislaturperiode das Kita-Gesetz in einer großen Novelle zu überarbeiten und dort sowohl die Definition von landesweiten Qualitätsstandards als auch deren Umsetzungskontrolle durch Qualitätsfeststellung gesetzlich zu verankern. Dabei geht es einerseits um die individuelle Weiterentwicklung der Einrichtungsqualität und andererseits um die Erhebung von überregionalen Daten für ein Qualitätsmonitoring.

In Brandenburg werden über 185.000 Kinder in mehr als 1900 Kindertagesstätten betreut.

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