Am Montag kehren Brandenburgs Grundschüler zum Präsenzunterricht zurück.  Foto: Philipp von Ditfurth/dpa
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Update Präsenzunterricht an Brandenburgs Schulen Ohne Abstand wieder im Klassenzimmer

Ab Montag gehen fast alle Grundschüler in Brandenburg wieder zum Unterricht. Es gibt Zweifel am Hygienekonzept. 

Potsdam - Trotz Bedenken von Lehrer- und Schülervertretern kehren am Montag (31.5.) nach monatelangem Teil-Homeschooling die meisten Grundschulen in Brandenburg zum Präsenzunterricht zurück. Auch die Schulhorte öffnen wieder komplett. Wandertage sind ebenfalls wieder erlaubt, allerdings keine mehrtägigen Fahrten. „Besonders wichtig ist es für die Schülerinnen und Schüler die gesamte Klassengemeinschaft in der Schule erleben zu können“, so Bildungsministerin Britta Ernst (SPD). 

In einer Region ist die Inzidenz noch zu hoch 

In Brandenburg/Havel allerdings müssen die Schulen im Wechselmodell bleiben. Die kreisfreie Stadt hat nicht die nötige stabile Sieben-Tage-Inzidenz, um zum Präsenzlernen zurückkehren zu dürfen. Dafür muss der Wert drei Tage in Folge unter 50 liegen. In Brandenburg/Havel lag die Zahl der Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche am Sonntag zwar bei 42,9. Am Freitag und Samstag wies die Stadt allerdings eine Inzidenz von über 50 auf.

Die Kreise Spree-Neiße und Elbe-Elster mussten zittern, konnten am Wochenende aber die Rückkehr aller Grundschüler in die Klassenzimmer verkünden. In beiden Regionen lag die Inzidenz am Samstag am dritten Tag in Folge unter 50.

Wird die Regel „Drei Tage unter 50“ erst im Laufe der Woche erreicht, kann nicht sofort geöffnet werden, sondern immer erst zum nächsten Montag. Wer einmal die Schulen geöffnet hat, muss wiederum nicht sofort wieder auf das Wechselmodell umstellen, wenn die 50 überschritten wird. 

„Ist der Präsenzunterricht gestartet, bleibt er bis zum Beginn der Sommerferien bestehen, sofern nicht die Regelungen der Bundesnotbremse ab einer Inzidenz von mehr als 100 greifen“, heißt es auf der Internetseite des Bildungsministeriums. „Damit soll ein Jo-Jo-Effekt vermieden werden“, so Ministeriumssprecherin Ulrike Grönefeld. 

Wird der Wert von 100 dauerhaft überschritten, finde der Unterricht wieder im Wechsel von Distanz- und Präsenzunterricht statt. Diese Regelung gilt auch für die weiterführenden Schulen, die dann eine Woche später, ab 7. Juni, wieder auf Unterricht im Klassenzimmer umstellen dürfen. 

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Negativtests müssen vorgelegt werden 

Bestand hat die Testpflicht: An zwei nicht aufeinanderfolgenden Tagen pro Woche müssen die Schüler ein negatives Ergebnis eines Corona-Schnelltests vorlegen, der zu Hause durchgeführt wird. Zudem müssen während des Unterrichts weiter Masken getragen werden, auch regelmäßiges Lüften ist weiter Vorschrift. Die Abstandsregeln im Klassenzimmer allerdings können bei einer Rückkehr aller Schüler nicht mehr eingehalten werden.

Fehlende Impfungen als Risiko? 

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und der Landesschülerrat halten die Rückkehr zum Präsenzunterricht vor den Ferien deshalb für zu riskant. „Die Hygienekonzepte an den Schulen funktionieren noch nicht überall und einen Impfschutz gibt es auch nicht“, so Landesschülersprecherin Katharina Swinka. Auch die Lehrkräfte seien längst nicht alle zweifach geimpft, monierte GEW-Landeschef Günther Fuchs. 

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