Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg sitzt in der Pappelallee. Foto: Andreas Klaer
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Pikantes Verfahren am Potsdamer Landgericht Ex-Chef klagt gegen Ärzte-Projekt

Lange Jahre leitete Hans-Joachim Helming die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg. Von einem Tochterunternehmen der Vereinigung wurde er nun gekündigt. Dagegen geht er vor.

Potsdam/Neuruppin - Unruhe bei einem wichtigen Tochterunternehmen der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB): Bei einem mit Millionenbeträgen geförderten Projekt der Arbeitsgemeinschaft „Innovative Gesundheitsversorgung in Brandenburg“ (IGIB) ist der Geschäftsführer außerordentlich gekündigt worden, ausgerechnet der langjährige Ex-KVBB-Chef Hans-Joachim Helming. Der klagt nun gegen die Entlassung bei der gemeinnützigen Gesellschaft, wie ein Sprecher des Potsdamer Landgerichts auf PNN-Anfrage bestätigte.

Die zuständige Kammer für Handelssachen habe zunächst ein schriftliches Verfahren angeordnet, später könne aber auch eine öffentliche Verhandlung folgen. Zu den Gründen für den Rauswurf machte das Gericht keine Angaben.

Unternehmen äußerte sich nur knapp zum Fall

Die Arbeitsgemeinschaft IGIB soll seit 2009 neue Formen der regionalen medizinischen Versorgung entwickeln, dafür hat sich die KVBB mit den Krankenkassen AOK und Barmer zusammengetan. Ein Unterprojekt mit weiteren Partnern ist das mit 14,5 Millionen Euro aus dem Innovationsfonds des Landes geförderte Projekt „Strukturmigration im Mittelbereich Templin“, kurz Igib-Stimt - dort war bis vor kurzem Helming der Chef.

Das Unternehmen äußerte sich nur knapp zu dem Fall. Helming habe das Projekt Ende 2018 verlassen, der nun beklagte Entschluss sei von den Gesellschaftern einstimmig gefasst worden, sagte eine Sprecherin. Ansonsten laufe man sich grundsätzlich nicht zu laufenden Verfahren, hieß es weiter.

 Hans-Joachim Helming. Foto: promo (Archiv) Vergrößern
 Hans-Joachim Helming. © promo (Archiv)

Helming war bis Ende 2016 der mächtige Chef an der Spitze der KVBB, die die Interessen der märkischen Kassenärzte vertritt. Seine langjährige Amtszeit war unter anderem 2014 durch eine Verurteilung wegen Korruption überschattet worden - in der Folge musste er eine Geldstrafe zahlen. Ab 2017 war er dann bei der Igib-Stimt beschäftigt – gegen die er nun am Landgericht klagt.

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