Wann ein Urteil fällt, ist unklar (Symbolbild). Foto: Sebastian Gabsch
© Sebastian Gabsch

Nur ein "missglückter Scherz"? Polizeischüler fiel mit Nazi-Sprüchen auf

Anna Kristina Bückmann

Ein angehender Polizist sorgte durch Nazi-Sprüche für einen Skandal. Er flog von der Schule - und klagte erfolgreich gegen seine Entlassung. Jetzt geht der Fall in die nächste Runde.

Berlin/Potsdam - Darf ein Polizeischüler, der mit rechtsextremistischen Sprüchen aufgefallen war, zum Polizisten ausgebildet werden? Darüber muss das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg (OVG) entscheiden. 

Nachdem das Verwaltungsgericht Potsdam dem Antrag des Mannes gegen seine Entlassung von der Polizeihochschule Recht gegeben hatte, liegt der Fall nun beim OVG, wie eine Sprecherin am Dienstag bestätigte. Die Schule in Oranienburg (Oberhavel) hatte Beschwerde gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts eingelegt.

Alles nur ein "missglückter Scherz"?

Der 26-Jährige sollte bei einer Übung einen Namen mithilfe des Funkalphabets buchstabieren und soll dabei die Wörter „Jude, Untermensch, Nazi, Gaskammer“ - beziehungsweise „Genozid“ durchgegeben haben - in Anwesenheit anderer Schüler. 

Die Schule warf den Mann daraufhin von der Schule. Dagegen legte er Widerspruch und anschließend Beschwerde beim Verwaltungsgericht ein. Zunächst hatte die Zeitung „Märkische Allgemeine“ (Dienstag) berichtet.

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Nach Angaben des Gerichts hatte die Schule nicht ausreichend dargelegt, dass der Schüler eine rechte Gesinnung habe. Aus den Akten habe sich der Vorfall eher als ein „missglückter Scherz“ dargestellt, sagte Gerichtssprecher Matthias Scharf. Wann eine Entscheidung beim OVG ergehen soll ist laut Gericht noch offen. (dpa)


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