Hochglanz mit Fördergeld. Die Serie „Babylon Berlin“ startet Ende September in der ARD. Für die Produktion, unter anderem in Babelsberg, gab es eine Medienboard-Förderung.Foto: Sky Deutschland/© Frédéric Batier/X Filme Foto: obs
© obs

Medienboard: Filmförderung zieht Jahresbilanz Serien sind die neuen Filme

Formate wie „Babylon Berlin“ und „4 Blocks“ konkurrieren mit Kinofilmen um Medienboard-Fördergelder.

Berlin/Potsdam - Serien drängen in die Filmförderung in Brandenburg und Berlin. Ob „4 Blocks“, „Berlin Station“, „Dark“ oder die Ende September in der ARD startende Krimiserie „Babylon Berlin“ – immer mehr hochqualitativ produzierte Serienformate, so genannte High- End-Series, werden in Berlin und Brandenburg produziert. Und verändern auch die Filmförderlandschaft. Das wurde am Mittwoch bei der Vorstellung des Jahresberichts des Medienboards Berlin Brandenburg deutlich. Zweieinhalb Millionen Euro gingen 2017 an fünf serielle Produktionen. „Natürlich geht das teilweise zu Lasten der Filmprojekte“, sagte Kirsten Niehuus, Geschäftsführerin des Medienboard Berlin-Brandenburg und verantwortlich für die Vergabe des Filmförderbudgets. Denn das gesamte Förderbudget erhöhe sich nicht im gleichen Maße. Deshalb beeilte sie sich zu betonen, dass „wir uns nicht vom Kino verabschieden“, die klassische Filmproduktion weiterhin im Mittelpunkt stünde.

15 Millionen Euro für 55 Filmproduktionen

In der Tat floss auch 2017 noch der Großteil des verfügbaren Fördergeldes in klassische Kinofilme. Über 15 Millionen Euro wurden an 55 Produktionen ausgereicht, heißt es im Jahresbericht. Mit weiterer finanzieller Unterstützung, unter anderem für Doku- oder Animationsprojekte, wurden im vergangenen Jahr knapp 26 Millionen Euro in die Förderung von Filmen und Serien gesteckt, hieß es.

Darin enthalten ist auch eine Kinoförderung, ein separates Programm für Lichtspielhäuser, das es erst seit 2017 gibt. So sollen Programmkinos – „nicht Multiplex-Anbieter“, wie Niehuus betonte – Unterstützung für bauliche Investitionen wie eine neue Leinwand, die Sanierung von Sanitäreinrichtungen oder neue Kinosessel erhalten. Allerdings ist die Fördersumme auf 200 000 Euro gedeckelt. 

Internationale Konferenz für Medientechnologie in Potsdam

Darüber hinaus wurden im Bereich New Media – darunter audiovisuelle Inhalte für das Internet oder digitale Medieninnovationen – Projekte für rund zwei Millionen Euro gefördert. Diese Branche dürfte in den kommenden Jahren noch wichtiger werden, insbesondere für die brandenburgische Landeshauptstadt. Dort ist seit dem vergangenen Jahr das Digital Hub für den Bereich Media angesiedelt. Hinter der „Hub“- Idee steckt eine bundesweit koordinierte Aktion, die die Zusammenarbeit von Unternehmen und Gründern in bestimmten Themenfeldern – im Potsdamer Fall Medientechnologie – verstärken soll. In diesem Zusammenhang kündigte Helge Jürgens, beim Medienboard Geschäftsführer für den Bereich New Media, an, dass im November erstmals eine von der Fördereinrichtung unterstützte und initiierte, internationale Konferenz namens MediaTech Con in Potsdam stattfinden soll.

5000 Drehtage und Vollbeschäftigung in der Filmbranche 

Die insgesamt 32 Millionen Euro an Förderung in die Filmindustrie und Medientechnologie-Wirtschaft der Region führten laut Medienboard zu Ausgaben von 130 Millionen Euro in der Hauptstadtregion – davon würden nicht nur die Filmbranche profitieren, sondern auch Logistiker, Handwerker, Gastronomie und Hotelbetriebe. 5000 Drehtage wurden im vergangenen Jahr in der Filmregion Berlin-Brandenburg gezählt, laut Filmförderchefin Niehuus herrsche in der Branche in der Hauptstadtregion Vollbeschäftigung.

Zur Startseite