Zusammenhalt. Generalsekretär Erik Stohn (l.) und Ministerpräsident Dietmar Woidke präsentieren das Motto der SPD für den Landtagswahlkampf: „Ein Brandenburg“. Foto: Marion Kaufmann
© Marion Kaufmann

Landtagswahl SPD-Thema im Wahlkampf ist Zusammenhalt

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke hat die Wahlkampagne der SPD vorgestellt. Das Motto der Kampagne ist Zusammenhalt in Brandenburg.

Potsdam - Dietmar Woidke verzichtet auf die große Enthüllung. Er zieht nicht am Zipfel eines roten Tuchs wie es sonst so üblich ist in den vergangenen Wochen und Tagen: Spitzenkandidaten stellen sich vor überdimensionale Leinwände, die spannungssteigernd mit einem Laken verhüllt sind und dann – tatatata – ist nach einem schwungvollen Zug am Stoff die Botschaft zu lesen, die die Wähler überzeugen und bei der Landtagswahl am 1. September das Kreuzchen an der richtigen Stelle machen lassen soll. Am Donnerstag lüpfte die Linke das Tuch und präsentierte ihre Plakate: „Osten“ und „Freiheit“ war darauf zu lesen.

Das Land nicht spalten

Und Woidke so? Brandenburgs Ministerpräsident und SPD-Spitzenkandidat steigt erst einmal fast in die Rabatten im Hinterhof des Potsdamer Regine-Hildebrandt-Hauses, besinnt sich dann aber und nimmt die kleine, steinerne Treppe, die zum Hochplateau mit trockenem Rasen führt, auf der die Präsentation stattfinden soll. Woidke stellt sich vor das Großplakat, auf dem der Slogan steht, den eh schon alle kennen: „Ein Brandenburg.“ Da muss gar nichts erst mit viel Firlefanz ver- und enthüllt und werden. Das Thema des Wahlkampfs sei Zusammenhalt, erklärt Woidke. „Wenn es eine Partei gibt, die diesen Zusammenhalt lebt, dann sind wir es.“ Was angesichts der derzeit nicht durch Eintracht glänzenden Bundes-SPD ein bisschen witzig anmutet. Aber er meint natürlich Brandenburg. Dass das Land nicht gespalten werden darf in Arm und Reich, Speckgürtel und Peripherie, Jung und Alt, Potsdam und Lausitz.

Besserer Nahverkehr, beitragsfreie Kitas, Ausbau der Digitalisierung, gute medizinische Versorgung und ein Mindestlohn von 13 Euro – das sind die Versprechen der SPD, die das Land zusammenhalten und die Partei nach 29 Jahren an der Macht vor dem Absturz retten sollen. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa für die „Bild“-Zeitung lag die SPD zuletzt gleichauf mit der AfD bei 19 Prozent. 2014 war die SPD unter Woidke noch mit knapp 32 Prozent stärkste Kraft geworden.

Trotz schlechter Werte zuversichtlich

Trotz der schlechten Umfragewerte sei er zuversichtlich, dass es „keine Regierung ohne die SPD“ geben wird. Mit wem er sich zusammentun will, lässt Woidke offen – lobt aber maßvoll den bisherigen Koalitionspartner Linke. Auf die Ansage von CDU-Herausforderer Ingo Senftleben, nicht mit einer SPD unter Woidke zusammenarbeiten zu wollen, sagt ebendieser: Senftleben habe unüblicherweise schon vor der Wahl eine Koalitionsaussage gemacht. „Das ist nicht mein Problem.“

Anders als Senftleben will Woidke nicht mit einem eigenen Song auf den Lippen durch die Mark wandern. Aber den Kontakt zu den Menschen, den werde der Spitzenkandidat natürlich wieder suchen, erklärt SPD-Generalsekretär Erik Stohn. Jeweils mit einem SPD-Kandidaten stellt sich Woidke dann für je zwei Stunden den Fragen der Menschen vor Ort. Auf den kleinen Themenplakaten, die präsentiert werden: Menschen. Leute, die im Zug sitzen, bei der Feuerwehr Dienst tun oder als Pflegerin einem Rentner den Blutdruck messen. Ob es echte Märker sind oder gecastete Werbegesichter wird nicht enthüllt.

Zur Startseite