Die Imkerei sei mit der Zucht resistenter Bienensorten gefordert, so Minister Axel Vogel. Foto: ZB
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Hitzetote, Waldbrände, Starkregen Brandenburg will sich besser auf Klimawandel vorbereiten

Yvonne Jennerjahn

Auch die Mark leidet unter den Folgen des Klimawandels. Nun soll eine Anpassungsstrategie entwickelt werden. Die Kommunen sollen mit einem 25-Millionen-Euro-Fonds unterstützt werden.

Potsdam - Brandenburg soll besser an die Folgen des Klimawandels und an Extremwetterlagen angepasst werden. Das Bundesland sei bereits von kostspieligen Folgen des Klimawandels betroffen, sagte Umwelt- und Klimaschutzminister Axel Vogel (Grüne) am Donnerstag in Potsdam. Dazu zählten unter anderem Waldbrände und Ernteausfälle, aber auch Todesfälle durch Hitzewellen. Erwartet werde auch eine Zunahme von Tornados. Eine Klimaanpassungsstrategie für Brandenburg solle bis Jahresende vorgelegt werden.

Geplant sei auch ein 25-Millionen-Euro-Fonds zur Unterstützung der Kommunen, sagte Vogel. Dafür würden EU-Mittel eingesetzt, die von Land und Kommunen kofinanziert werden sollen. Die Kommunen müssten bei Risikoanalysen und daraus abgeleiteten Maßnahmen unterstützt werden. Auch Hochwasserschutzkonzepte wie an der Schwarzen Elster im Süden des Bundeslandes müssten neu diskutiert und gegebenenfalls geändert werden.

Ziel sei, hohe menschliche Schäden durch Folgen des Klimawandels zu vermeiden, sagte Vogel. Allein im vergangenen Jahr seien in Brandenburg mehr als 100 Hitzetote zu beklagen gewesen. Kein Klimaschutz und keine Strategien seien zudem am Ende wesentlich teurer, als Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Dazu gehöre auch eine klimagerechte Landnutzung. So müssten unter anderem der Obstbau und die Auswahl neuer Alleebäume an Klimaveränderungen angepasst werden.

Verschwinden der Bienen hätte  „unglaubliche Auswirkungen“

Auch die Imkerei sei mit der Zucht resistenter Bienensorten gefordert, betonte Vogel. Sollten die Bienen verschwinden, hätte dies „unglaubliche Auswirkungen“ auf die Lebensmittelversorgung. Auch der wachsende Wasserbedarf in Berlin und im brandenburgischen Umland sowie in der Landwirtschaft müsse thematisiert werden. Für den kontinuierlich steigenden Wasserbedarf stehe kein zusätzliches Wasser zur Verfügung.

Der Potsdamer Umweltbeigeordnete Bernd Rubelt betonte, für die Landeshauptstadt lägen inzwischen Klimaanalysen vor, die auch Grundlage von Bau- und Stadtplanung werden sollen. Ziel sei unter anderem, Grünflächen und sogenannte Kaltluftgebiete für den Luftaustausch mit bebauten Gebieten und deren Kühlung zu sichern. Problembereiche seien die durch Bebauung versiegelten Zonen, in den Hofbereichen sehe es hingegen nicht so schlecht aus. Straßenräume müssten zudem für die Gestaltung einer „klimaresilienten Stadt“ umgestaltet werden.

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Stadtklimakarte wichtiges Instrument für die kommunale Planung

Die entwickelte Stadtklimakarte zeige sofort Handlungsmöglichkeiten auf und sei ein wichtiges Instrument für die kommunale Planung, sagte Rubelt. Auch für den Umgang mit Starkregen könnten so bessere Konzepte entwickelt werden. In den vergangenen Jahren sei eine stetige Zunahme von Starkregenereignissen in Potsdam zu beobachten, betonte Rubelt: „Insofern müssen wir handeln.“

Die Intensität und Häufigkeit von Extremwetterereignissen habe durch den Klimawandel in vielen Teilen der Welt deutlich zugenommen, sagte Frank Kreienkamp vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Die Entwicklung zeige, dass erheblich in die städtische und kommunale Infrastruktur investiert werden müsse, sagte Rubelt. Dies sei jedoch eine „Last, die die Stadt nicht im normalen Betrieb leisten“ könne. Dafür seien gemeinsame Programme mit dem Land erforderlich. (epd)

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