Flughafen BER BER-Landrat warnt vor Verkehrschaos

Alexander Fröhlich

Potsdam - Stefan Loge, Landrat im Flughafen-Landkreis Dahme-Spreewald, und die Industrie und Handelskammern (IHK) in Berlin und Brandenburg haben vor einem Verkehrskollaps rund um den Flughafen BER gewarnt, wenn dieser eröffnet. Loge sagte bei einer Verkehrskonferenz der Kammern am Dienstag in Potsdam, alle Prognosen zum BER seien übertroffen worden. Schon jetzt hätten beide Flughäfen in Schönefeld und Tegel 33 Millionen Passagiere im Jahr. Die Betreibergesellschaft geht davon aus, dass im Schönefelder BER-Neubau nur 23 Millionen Passagiere abgefertigt werden können – nur wenig mehr als derzeit in Tegel. Loge warnte, die bisherigen Verkehrspläne seien nur auf den BER ausgelegt. Nach Stand der Dinge müsse der alte Schönefelder Flughafen mit seinen zehn Millionen Passagieren pro Jahr aber weiterbetrieben werden. „Der Doppelstandort wird bleiben“, sagte Loge. Doch die Autobahn A113 als Zubringer sei ohne BER schon überlastet und höchst störanfällig. Auch bei der Anbindung über S-Bahn und Regionalzüge müsste die Lage neu bewertet werden, der alte Bahnhof sei abrissreif.

Doch die Landesregierungen weigern sich bislang, ein Problem zu erkennen. Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) sagte: „Wir müssen auf dem Teppich bleiben. Ich weiß nicht, woher die Aufregung kommt.“ Nur zehn Prozent des Straßenverkehrs im BER-Umfeld habe mit dem Flughafen zu tun, 60 Prozent der Passagiere würden per Bus und Bahn anreisen. „Manchmal hilft auch eine Ampelschaltung“, sagte Schneider, die als frühere Chefin der Gemeinsamen Landesplanung mitverantwortlich ist für die zu klein geratenen Pläne. Auch Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos) fand, der BER sei „nicht schlecht angebunden“. Beim dritten Flughafen-Gesellschafter dagegen ist der Ernst der Lage erkannt worden. Dem Bund sei jetzt klar, dass es Chaos geben werde, sagte Loge. Bundesverkehrsstaatssekretär Rainer Bomba habe vor kurzem zugesagt, dass die Verkehrslage rund um den BER überdacht und neu bewertet werden solle. 

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