Brandenburg Flüchtlingsrat: Aufklärung zu Todesfall

Eisenhüttenstadt - Der brandenburgische Flüchtlingsrat fordert nach einem Selbstmord in der Erstaufnahmestelle für Asylbewerber in Eisenhüttenstadt eine unabhängige Untersuchung der Todesumstände. „In der Aufnahmestelle gibt es eine unzureichende medizinische Versorgung für traumatisierte Asylsuchende“, kritisierte Flüchtlingsrats-Mitglied Simone Tetzlaff am Mittwoch in Potsdam. Niemand überprüfe, welche traumatischen Erfahrungen die Asylsuchenden machen mussten. Sie nannte Kriegs-, Folter- oder Gefängniserlebnisse. Dabei verlange die EU-Aufnahme-Richtlinie, besonders Schutzbedürftige Flüchtlinge zu erkennen und angemessen zu behandeln. Am Dienstagabend war ein 20 Jahre alter Asylsuchender aus dem Tschad erhängt in der Erstaufnahmestelle gefunden worden. Laut Innenministerium ist dies der erste Selbstmord in der Einrichtung seit ihrem Bestehen. Zu den Hintergründen könne das Ministerium keine Angaben machen. Der Mann war Ende März im Zuge der bundesweiten Verteilung der Asylsuchenden von der Aufnahmeeinrichtung in Karlsruhe nach Eisenhüttenstadt geschickt worden. Auf dem Weg nach Brandenburg wurde der 20-Jährige nach Erkenntnissen des Flüchtlingsrats in Dresden von Rechtsextremisten angegriffen. Außerdem habe sich der junge Mann verhaltensauffällig in Eisenhüttenstadt gezeigt.dpa

 

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