Die Waren von Wilke werden mit zwei Todesfällen in Verbindung gebracht. Foto: Uwe Zucchi/dpa
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Fleischhersteller Wilke Keimbelastete Wurst wohl auch in Brandenburg

Produkte des Wursthersteller Wilke sind nach Einschätzung des hiesigen Verbraucherschutzministeriums auch nach Brandenburg gelangt. Allerdings tragen die Produkte unterschiedliche Namen.

Potsdam - Produkte des nordhessischen Wurstherstellers Wilke sind nach Einschätzung des Verbraucherschutzministeriums auch nach Brandenburg gelangt. Entsprechend den rechtlichen Vorschriften würden die Produkte aus dem Verkehr gezogen, sagte Ministeriumssprecher Uwe Krink am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. „Wir gehen davon aus, dass die Rückrufaktionen laufen.“ Das Land habe die Veterinär- und Lebensmittelämter der Kreise informiert, die nun zuständig seien. Das Ministerium schätzt, dass Produkte an mehrere Handelsketten gingen. Die Produkte tragen unterschiedliche Namen. Genaue Zahlen über die Produkte der Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH hatte das Ressort zunächst nicht.

Mehrfach waren Listerien in Wilke-Produkten entdeckt worden. Die Keime können für Menschen mit geschwächtem Immunsystem lebensgefährlich sein. Sie sind nach Behördenangaben für zwei Todesfälle in Südhessen verantwortlich, 37 weitere Krankheitsfälle hängen möglicherweise mit Wilke-Fleisch zusammen. Behörden in Niedersachsen fanden bei drei Erkrankten einen Keimtyp, der genetisch eng mit den Listerien verwandt ist, die in den Waren von Wilke nachgewiesen wurden. Zwei von ihnen sind gestorben - einer an einer anderen Erkrankung, bei der zweiten Person habe nicht ermittelt werden können, ob die Listeriose-Erkrankung die Todesursache war. Ob die drei Menschen Wurst der Firma Wilke gegessen haben, wusste das Amt nach eigenen Angaben nicht.

Ermittlung wegen fahrlässiger Tötung

Die Staatsanwaltschaft hat gegen den Geschäftsführer des Wurstherstellers Wilke ein Ermittlungsverfahren wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung eingeleitet. Die Waren der Firma werden mit zwei Todesfällen in Südhessen sowie 37 weiteren Krankheitsfällen wegen keimbelasteter Wurst in Verbindung gebracht. Die Ermittlungen liefen auch wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Körperverletzung und des Verstoßes gegen Lebensmittelrecht, sagte ein Sprecher der Behörde am Dienstag in Kassel.

Das Verfahren sei aufgrund der Strafanzeige des Landkreises Waldeck-Frankenberg eingeleitet worden. Gegenstand des Verfahrens sei vor allem die Untersuchung der zwei Todesfälle, die mit einer Listerieninfektion in Verbindung stehen sollen, erklärte die Staatsanwaltschaft. In der vergangenen Woche habe es bereits Durchsuchungsmaßnahmen am Firmensitz der Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH und am Wohnsitz des Beschuldigten gegeben. Der Geschäftsführer befinde sich aber auf freiem Fuß.

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