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Die Impfstoffknappheit ist vorbei Mehr Impftermine in Brandenburg

In Brandenburg werden demnächst alle Senioren über 80 angeschrieben. Zudem können sich auch Risikogruppen impfen lassen. Eine neue Website ist in Planung.

Potsdam - In Brandenburg stehen wieder mehr Impftermine zur Verfügung. Das gaben Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne), DRK-Landeschef Hubertus Diemer und der stellvertretende Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung, Holger Rostek, am Montag in Potsdam bekannt. „Wir haben die extreme Durststrecke der Impfstoffknappheit hinter uns“, sagte Nonnemacher. "Wir sind in einer Übergangsphase und müssen ab dem zweiten Quartal mit sehr stark steigenden Impfstofflieferungen rechnen, und das System dann auf Vollast fahren." 

Wer wird jetzt geimpft?

Ab dem kommenden Wochenende (Ende Februar 2021) sollen alle noch nicht geimpften Über-80-Jährigen Briefe bekommen, mit denen sie zur Impfung eingeladen werden. In den Briefen ist eine gesonderte Telefonnummer enthalten, mit denen diese Menschen einen Termin in einem der elf Impfzentren vereinbaren können. Zudem soll ab Ende der Woche eine Website zur Terminvereinbarung freigeschaltet werden. "Die Personen werden nach Geburtsjahrgängen in Jahresscheiben angeschrieben, beginnend bei den Ältesten", sagte Rostek. Es würden also nicht alle ungeimpften Über-80-Jährigen zeitgleich Post erhalten. "Die ersten Briefe werden Ende der Woche bei den Bürgern sein." Die mobilen Impfteams, die die Erstimpfungen in den stationären Seniorenheimen Ende der Woche abgeschlossen haben sollen, sollen sich nun um kleinere Einrichtungen, wie etwa Senioren- oder Demenz-WGs kümmern. Zudem sollen sie Wohnheime und Werkstätten für Behinderte aufsuchen. 

Astrazeneca-Impfstoff für Menschen der Risikogruppe II

Mit dem Astrazeneca-Impfstoffen sollen dagegen nun auch Menschen der Kategorie II geimpft werden. Dabei handelt es sich um Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen, schwerer Diabetes oder einer Adipositas mit einem Body-Mass-Index von über 40. Diese Menschen benötigen für die Impfung ein Attest ihres Hausarztes und könnten danach über eine auf www.brandenburg-impft.de veröffentlichte Telefonnummer einen Termin in den Impfzentren wahrnehmen. Zudem kann es sein, dass – abhängig von einer Entscheidung der Gesundheitsministerkonferenz der Länder – auch Lehrerinnen und Lehrern sowie Kita-Erzieher mit diesem Impfstoff geimpft werden sollen. Darüber hinaus habe auch die „Nachfrage nach den AstraZeneca-Terminen für Beschäftigte in der Pflege deutlich zugenommen“, sagte Rostek. 

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Wie kommen Senioren in die Impfzentren?

Gesundheitsstaatssekretär Michael Ranft erklärte, er könne sich auch vorstellen, dass die Impfungen der Lehrer und Erzieher in den Hausarztpraxen oder in Krankenhäusern stattfinden, „mit einer leichten Tedenz zu den Krankenhäusern.“ Ein Aufsuchen von 1.900 Grundschulen und Kitas, wie es in Berlin geplant sei, sei in einem Flächenland wie Brandenburg dagegen nicht möglich. Rostek kündigte an, dass in Kürze auch ein Pilotprojekt zur Impfung in Arztpraxen starte. Noch keine Lösung hat das Ministerium zudem für Seniorinnen und Senioren gefunden, die zum Impfzentrum fahren wollen. Dort gibt es bislang keine Vereinbarung zur Beförderung zum Impfzentrum. „Wir können es nicht regeln wie Berlin, wo es einen Vertrag mit einer Taxiinnung gibt“, sagte Ranft. „Eine Kostenübernahme von Taxifahrten werden wir im Flächenland Brandenburg nicht finanzieren können.“ Er gehe eher davon aus, dass es im Land Angebote der Nachbarschaftshilfe zum Tragen kommen. Über deren Organisation sei man etwa mit den Freiwilligenagenturen im Land im Gespräch.


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